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8.  „Was  schaffst  du?  redet  der  Graf  ihn  an,
Der  ihn  verwundert  betrachtet.
„Herr,  ich  walle  zu  einem  sterbenden  Mann,
Der  nach  der  Himmelskost  schmachtet;
Und  da  ich  mich  nahe  des  Baches  Steg,
Da  hat  ihn  der  strömende  Gießbach  hinweg
Im  Strudel  der  Wellen  gerissen.
Drum,  daß  dem  Lechzenden  werde  sein  Heil,
So  will  ich  das  Wässerlein  jetzt  in  Eil'
Durchwaten  mit  nackenden  Füßen.“

9.  Da  setzt  ihn  der  Graf  auf  sein  ritterlich  Pferd
Und  reicht  ihm  die  prächtigen  Zäume,
Daß  er  labe  den  Kranken,  der  sein  begehrt,
Und  die  heilige  Pflicht  nicht  versäume.
Und  er  selber  auf  seines  Knappen  Tier
Vergnüget  noch  weiter  des  Jagens  Begier;
Der  andre  die  Reise  vollführet.
Und  am  nächsten  Morgen,  mit  dankendem  Blick,
Da  bringt  er  dem  Grafen  sein  Roß  zurück,
Bescheiden  am  Zügel  geführet.

10.  Nicht  wolle  das  Gott,  rief  mit  Demutsinn
Der  Graf,  ‚daß  zum  Streiten  und  Jagen
Das  Roß  ich  beschritte  fürderhin,
Das  meinen  Schöpfer  getragen!
Und  magst  du's  nicht  haben  zu  eignem  Gewinst,
So  bleib’  es  gewidmet  dem  göttlichen  Dienst!
Denn  ich  hab'  es  dem  ja  gegeben,
Von  dem  ich  Ehre  und  irdisches  Gut
Zu  Lehen  trage  und  Leib  und  Blut
Und  Seele  und  Atem  und  Leben  —

11.  ,So  mög'  auch  Gott,  der  allmächtige  Hort,
Der  das  Flehen  der  Schwachen  erhöret,
Zu  Ehren  Euch  bringen  hier  und  dort
So,  wie  Ihr  jetzt  ihn  geehret.
Ihr  seid  ein  mächtiger  Graf,  bekannt
Durch  ritterlich  Walten  im  Schweizerland,
Euch  blühn  sechs  liebliche  Töchter;
So  mögen  sie“,  rief  er  begeistert  aus,
Sechs  Kronen  Euch  bringen  in  Euer  Haus
Und  glänzen  die  spätsten  Geschlechter!“