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mittelalterlichen  Blüte  Cölus  bei.  Ein  Denkmal  ihrer  Erfolge  und
ihres  Sieges  über  die  Patrizier  ist  der  stolze  Rathausturm;  er
wurde  von  den  Strafgeldern  erbaut,  die  die  Ritter  und  Herren  zur
Sühne  zu  entrichten  hatten.

285.  Belehnung  des  Burggrafen  Friedrich  von  Nürnberg
  mit  der  Mark  Brandenburg  1417.

Don  Ernst  von  Wildenbruch.

Zu  Nonstanz  an  dem  Markte  saß  Naiser  Sigismund,

Ihm  war  von  Gram  und  Sorgen  die  Seele  Krank  und  wund.

„Wohin  ich  blich'  im  Reiche,  Hader  und  Swistigheit,

Es  wankt  der  alte  Glaube,  es  seufzt  die  Thristenheit.

Kllein  von  allen  Sorgen  die  schwerste,  die  ich  fand,

Das  bist  doch  du  dort  oben,  du  Brandenburger  Land!

Mich  wecht  zur  Nacht  im  Traume  ein  klagendes  Geschrei:

Wir  sterben  und  verderben;  hilf,  Kaiser,  komm  herbeil!

von  Elbe  bis  zur  Oder  Schlachtlärm  und  Kampf  und  Blut,

10  Serbrochne  Städtemauern,  Dörfer  voll  Schutt  und  Elut;

Derbrechen  ohne  Strafe,  die  Unschuld  ohne  Schutz;

Denn  wer  im  Bügel  sitzet,  beut  dem  Gesetze  Trutz.

Wo  finde  ich  im  Reiche  den  Mann  von  herz  und  hand,

Der  vom  Derderben  rette  mein  Brandenburger  Land?“

Da  schüttelten  die  häupter  die  Fürsten  und  die  herr'n:

„Wer  will  die  märk'schen  Wölfe  in  einen  Uäfig  sperrn?

Wer  will  sein  haus  erbauen  dort  zwischen  Bruch  und  Sand?

Diel  besser  ist's,  wir  bleiben  in  unserm  schönen  Land.“

Und  aus  den  Reihen  allen  vor  trat  ein  einz'iger  Mann,

20  Und  aller  Kugen  blichten  den  einen  staunend  an;
Das  war  von  Hohenzollern  Herr  Burggraf  Friederich:  —
„Wenn  Gott  mir  Gnade  schenhket,  der,  den  Ihr  sucht,  bin  ich.“
Wie  stand  er  vor  dem  Koaiser  stolz  in  bescheidner  Kraft,
Sein  Leib  so  schlank  gewachsen  wie  einer  Lanze  Schaft,

25  Sein  Zuge  blau  und  leuchtend,  ein  wandelloser  Stern,
Als  wie  von  Gott  gezeichnet  zum  Fürsten  und  zum  herrn.
Ihn  schmüchte  nicht  der  Kurhut  und  nicht  der  hermelin,
Sein  Kleid,  das  war  der  Hanzer,  das  Schwert  umhklirrte  ihn;
Doch  wie  er  stand  im  Kreise  der  Fürsten  hoch  und  reich,

30  Sein  Haupt  wuchs  über  alle,  kein  einz'ger  war  ihm  gleich.
Und  staunend  sah  der  Kaiser  ihn  lange  an  und  sprach:
„Willst  du  des  Lebens  Freuden  tauschen  für  Ungemach?

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