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Havel  und  entkamen  in  die  Stadt.  Nun  eilte  Derfflinger  über  den
Damm,  der  über  die  Wiesen  ging,  auf  die  zweite  Brücke  los,  die
in  die  innere  Stadt  führte.  Hier  waren  die  Schweden  jedoch  bereits
gewarnt  worden.  Sie  hatten  die  Brücken  aufgezogen  und  begrüßten
die  anstürmenden  Brandenburger  mit  einem  lebhaften  Feuer.  Aber
Derfflinger  stürmt  voran,  und  die  Seinen  folgen  ihm.  An  seiner
Seite  fällt  der  Oberstleutnant  von  Uckermann;  mancher  tapfere
Dragoner  erlebte  den  Morgen  nicht  mehr,  doch  die  andern  stehen
unerschüttert.

Endlich  hört  Derfflinger  Musketenschüsse  und  wußte  nun  die
Hilfe  nahe.  Der  Generaladjutant  Kanowski  und  Oberstleutnant
Kaune  waren  auf  Kähnen  über  die  Havel  gesetzt  und  griffen  die
Stadt  von  der  Südseite  an.  Wohl  wehrten  sich  auch  hier  die
Schweden  nach  Kräften;  aber  sie  wurden  an  zu  vielen  Stellen
gleichzeitig  angegriffen  und  konnten  die  Tore  nicht  länger  verteidigen.
Nun  begann  aber  ein  wütendes  Gefecht  in  den  Straßen  der  Stadt.
Die  Schweden  schossen  aus  den  Fenstern  und  verteidigten  sich  in
den  Straßen  mit  der  größten  Hartnäckigkeit;  die  Brandenburger
hieben  mit  den  Kolben  furchtbar  drein.  Endlich  war  der  größte
Teil  des  schwedischen  Regiments  niedergehauen,  der  Rest  gefangengenommen.
  Am  andern  Morgen  wurde  ein  großer  Dankgottesdienst
abgehalten.

Jetzt  galt  es,  den  Sieg  auszunutzen.  Der  Kurfürst  schickte  sofort
Streifwachen  durch  das  Land.  Am  16.  Juni  morgens.  als  kaum
der  Dankgottesdienst  beendet  war,  hörte  der  Kurfürst,  daß  der
schwedische  General  Waldemar  Wrangel  in  östlicher  Richtung  fortgezogen
  war,  um  den  Paß  bei  Fehrbellin  zu  erreichen.  Wrangel
befand  sich  mit  seinen  Truppen  gerade  in  dem  Havellander  Luch,
einem  wüsten  Sumpflande,  in  dem  nur  einige  Jäger  Bescheid  wußten.
  Sofort  schickte  der  Kurfürst  Abteilungen  aus,  die  von  den  landeskundigen
  Jägern  geführt  wurden,  und  befahl  ihnen,  die  Brücken
über  den  Rhin  abzubrechen,  die  Pässe  zu  versperren,  die  Zugänge
unwegsam  zu  machen  und  von  den  bewaffneten  Landleuten  verteidigen
  zu  lassen.  Dann  eilte  er  selbst  mit  seinem  Heere  hinter
den  Schweden  her.  500  Musketiere  blieben  in  Rathenow  als  Besatzung
  zurück,  die  andern  500  folgten  ihm.  Ohne  Rast  und  Ruh',
bei  furchtbarem  Regenwetter  und  der  größten  Anstrengung  für  Menschen
  und  Tiere  ging  es  hinter  den  Schweden  her.  Überall  fand
man  weggeworfene  Kleidungsstücke  und  Tornister,  Pferde  und  Leichen.
Bei  der  Stadt  Nauen  holten  die  Brandenburger  die  Schweden  endlich
  ein.  Diese  hatten  jedoch  die  Brücke  abgebrochen,  die  den  Zugang
  zur  Stadt  bildete,  so  daß  die  Brandenburger  ihnen  keinen

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