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anfeuernd.  Einige  Schwadronen  haben  im  Kampf  ihre  Ossiziere
verloren  und  stehen  ratlos  da.  Sofort  stellt  sich  der  Kurfürst  an
ihre  Spitze  und  ruft:  „Getrost,  tapfere  Soldaten!  Ich,  euer  Fürst
und  nunmehr  euer  Hauptmann,  will  siegen  oder  mit  euch  ritterlich
sterben.“  Vorwärts  geht  es  gegen  die  feindlichen  Scharen.  Sein
Stallmeister,  der  Kammerherr  von  Froben,  wird  von  der  Seite  des
Kurfürsten  durch  eine  Kanonenkugel  weggerissen.  Der  Leibjäger
Uhle,  der  neben  dem  Kurfürsten  reitet,  bemerkt,  daß  die  Schweden
seinen  Herrn  an  dem  Schimmel  erkennen,  auf  dem  er  reitet.  Er
bittet  den  Fürsten,  ein  anderes  Pferd  zu  besteigen,  und  setzt  sich
selbst  auf  den  Schimmel,  der  sofort  unter  den  feindlichen  Kugeln
zusammenbricht.  Immer  weiter  dringt  der  Kurfürst  vor;  seine  Begleiter
  werden  getötet  —  er  ist  rings  von  Feinden  umgeben  —
da  sehen  neun  Dragoner  die  Gefahr  ihres  Herrn  und  dringen  mutig
vor.  Sie  hauen  ihn  aus  den  Feinden  heraus  und  retten  so  sein
Leben.

Die  Schweden  können  nicht  länger  Widerstand  leisten;  sie  ziehen
  sich  zurück.  2500  Schweden  und  400  bis  500  Brandenburger
lagen  tot  auf  dem  Schlachtfelde.  Die  Schweden  hatten  sich  in  die
nahe  Stadt  Fehrbellin  geflüchtet,  und  die  Feldherren  schlugen  dem
Kurfürsten  vor,  er  möge  die  Stadt  mit  glühenden  Kugeln  beschießen,
  um  die  Schweden  zu  vernichten.  Aber  er  antwortete:  „Ich
bin  nicht  gekommen,  mein  Land  zu  verbrennen,  sondern  zu  retten."

Am  nächsten  Tage  verfolgte  Derfflinger  den  Feind  und  nahm
ihm  noch  eine  Anzahl  Geschütze,  Gepäckwagen,  viele  Pferde  und
mehrere  tausend  Stück  Vieh  ab.  Dieses  ließ  der  Kurfürst  sofort
unter  diesenigen  Ortschaften  verteilen,  die  am  meisten  verwüstet
waren.  Den  Oberstleutnant  Hennigs,  der  sich  in  der  Schlacht  besonders
  ausgrzeichnet  hatte,  erhob  er  unter  dem  Namen  „Hennigs
von  Treffenfeld“  in  den  Adelsstand.  Hennigs  war  der  erste,  der
von  einem  brandenburgischen  Kurfürsten  den  Adel  erhielt;  bis  dahin
hatte  nur  der  deutsche  Kaiser  den  Adel  verliehen.  Jeder  der  neun
Dragoner,  die  dem  Kurfürsten  so  tapfer  Beistand  geleistet  hatten,
erhielt  eine  Handvoll  Goldstücke  als  Belohnung.

Am  21.  Juni  wurde  die  reiche  Beute  nach  Berlin  gebracht.
Am  23.  Juni  hielt  der  Kurfürst  unter  Glockengeläute  und  dem
Jubelrufe  seines  Volkes  seinen  feierlichen  Einzug  in  Berlin;  schon
denselben  Nachmittag  begab  er  sich  zum  Heere  zurück,  um  ganz
Brandenburg  von  den  Schweden  zu  befreien.

Die  Schlacht  bei  Fehrbellin  machte  in  ganz  Europa  Aufsehen.
Von  jetzt  an  erhielt  Friedrich  Wilhelm  den  Beinamen  „der  Große
Kurfürst“,  durch  den  ihn  selbst  die  Franzosen  ehrten.  König  Lud-