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wig  XIV.  ließ  sich  den  Plan  der  Schlacht  schicken  und  konnte  nicht
Worte  genug  finden  über  das  Feldherrngeschick  und  die  Heldengröße
  des  Kurfürsten.  Aus  Holland,  Dänemark  und  Spanien  kamen
Glückwünsche,  und  auch  der  Kaiser  sagte  dem  Kurfürsten  jetzt  die
Reichshilfe  zu.

292.  Um  eine  Königskrone.  Von  Hermann  Perrich.

1.  Vom  Vater  zum  Sohne.

m  Jahre  1657  waren  die  Schweden  und  Polen  wieder  einmal

in  hartem  Krieg  aneinandergeraten.  Auch  der  Große  Kurfürst
mußte  sich  mit  ihnen  im  Osten  seines  Landes  schlagen.  Klug  und
tapfer,  wie  es  seine  Art  war,  setzte  er  es  dabei  durch,  daß  sie  ihm
beide  sein  Herzogtum  Preußen,  das  er  bisher  nur  zu  Lehen  getragen,
als  eigenen,  unabhängigen  Staat  überließen.  Das  war  für  seine
Regierung  ein  gewaltiger  Fortschritt,  denn  in  seinen  übrigen  Ländern
  war  der  deutsche  Kaiser  sein  oberster  Herr;  hier  aber  im  Herogtum
  Preußen  durfte  ihm  von  jetzt  ab  niemand  dareinreden.  Auch
eine  Gemahlin  Luise  Henriette,  das  oranische  Fürstenkind,  hatte
ihn  auf  diesem  Kriegszuge  begleitet.  Da  geschah  es  nun  gerade  in
jenem  wichtigen  Jahre  1657,  daß  ihnen  am  11.  Juli  zu  Königsberg
ein  Söhnlein  geboren  ward,  das  sie  in  der  heiligen  Taufe  Friedrich
benannten.  Sie  hatten  wohl  schon  einen  älteren  Knaben,  der  zur
Erbschaft  des  Thrones  bestimmt  war.  Als  dieser  aber  im  Jahre
1674  slarb,  rückte  Friedrich  an  seine  Stelle  und  wurde  der  Kurprinz.
Dreißig  Jahre  später,  am  27.  April  1688  in  der  Frühe  des
Morgens,  hatten  sich  im  Stadtschloß  zu  Potsdam  die  Räte  und
Generale  des  Großen  Kurfürsten  zu  der  gewohnten  Sitzung  versammelt,
  die  sie  an  jedem  Freitag  mit  chrem  Herrn  abzuhalten
pflegten.  Auch  der  Kurprinz  Friedrich  war  in  ihrer  Mitte.  Doch
bre  bekümmerten  Mienen  verrieten  schon,  daß  heute  trübe  Gedanken
ihre  Gemüter  bedrückten.  Wie  sollte  es  auch  anders  sein!  Ihr
Herr  und  Gebieter  wurde  seit  Wochen  von  furchtbarer  Krankheit
gefoltert.  Zu  der  Gicht,  die  schon  längst  sein  ungebetener  Gast
war,  hatte  sich  nun  noch  die  Wassersucht  eingestellt,  und  in  qualvoller
  Unruhe  mußte  er  Tage  und  Nächte  dahinbringen.  Wie  würde
es  ablaufen?  Plötzlich  tat  sich  die  Tür  auf,  und  in  seinem  Lehnstuhl
  wurde,  völlig  angekleidet  wie  sonst,  der  kranke  Kurfürst  hereingetragen.
  Ehrfurchtsvoll  erhoben  sich  alle  von  ihren  Plätzen.  Als
er  in  ihrem  Kreise  saß,  richtete  er  sich  auf  und  wandte  sich  zuerst
an  seinen  Sohn.  Mit  kräftiger  Stimme,  der  man  die  Anstrengung
abmerkte,  sagte  er:  „Ich  halte  dafür,  mein  Prinz,  daß  dieses  der
letzte  Ratstag  sein  werde,  den  ich  halte.“  Dann  übergab  er  ihm