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feierlich  die  Regierung  des  Staates  und  ermahnte  ihn,  den  Ruhm,

den  er  ihm  vererbe,  zu  bewahren  und  zu  mehren.  Der  Kurprinz

aber  sagte  in  tiefer  Bewegung,  er  wolle  tun,  soviel  seine  Kräfte

vermöchten,  und  seines  Vaters  Vermächtnis  unter  Gottes  Beistand

gewissenhaft  ausführen.  Dabei  liefen  ihm  die  Tränen  von  den
angen  herab.

Zwei  Tage  später  war  der  alte  gen  von  seinen  Schmerzen
erlöst,  und  der  Kurprinz  hieß  nun  Kurfürst  Friedrich  III.  von
Brandenburg.

Es  ist  mit  den  Regenten  nicht  anders  als  mit  uns  gewöhnlichen
  Bürgersleuten:  es  gibt  nicht  bloß  große,  sondern  auch  mittlere
  und  kleine  darunter,  und  die  tüchtigsten  Bäter  haben  oftmals
ungleiche  Kinder.  Also  hat  auch  des  Großen  Kurfürsten  Sohn
seinem  Vater  in  vielen  Stücken  nachgestanden,  aber  ein  Großes  hat
er  gleichwohl  geschaffen,  denn  er  gab  seine  Herrschaft  zu  einem
Könlgreiche  erhoben  und  dadurch  das  Erbe,  das  ihm  sein  Vater
vertraut,  mit  neuem  Glanz  auf  seinen  Sohn  gebracht.  Das  ist
nun  schon  über  200  Jahre  her,  und  die  Welt  hat  sich  seither  oft
genug  umgedreht;  aber  was  damals,  am  18.  Jannar  1701,  geschehen
ist,  das  hat  reiche  Früchte  für  Preußen  und  Deutschland  Petragen.
Wir  gedenken  deshalb  des  ersten  Königs  in  Preußen  noch  immer
gern  und  mit  dankbarem  Sinn.

2.  Durch  Kampf  zur  Krone.

Die  Deutschen  trübten  wohl  keinem  ein  Wässerlein,  denn  sie
satten  genug  im  eigenen  gauie  zu  schaffen,  aber  ihre  Nachbarn,  die
Herren  Franzosen,  ließen  sie  nie  lange  in  Ruhe.  Diese  hatten  damals
  einen  König,  Ludwig  XIV.  geheign,  der  von  unersättlichem
Durst  nach  Ruhm  und  Ländern  geplagt  ward.  Sein  Thron  sollte
der  prächtigste  und  reichste  der  Welt  sein,  und  alles  sollte  seinem
Willen  gehorchen.  Jetzt  forderte  er  vom  deutschen  Reich  einen  Teil
des  Pfälzer  Landes  für  sich.  Um  seine  Feinde  zu  schrecken,  hatte
er  dazu  eine  neue  Kriegsart  erfunden.  Seine  Heerc  fielen  im  Jahre
1689  wie  Mordbrenner  ein  in  die  Rheinpfalz  und  verwandelten  sie
in  eine  Wüste.  Die  blühenden  Dörfer  an  der  Bergstraße,  die  reichen
  Städte  am  Rhein  wurden  in  Asche  und  Schutt  gelegt.  Die
unschuldigen  Sinwoher  e  von  Heimat  und  Herd.  In  Heidelberg
  am  Neckar  steht  seitdem  das  schöne  Schloß  als  Ruine  da  zum
warnenden  Denkmal  jener  schmachvollen  Greuel.

Da  erhoben  sich  nun  freilich  ringsum  die  Fürsten  in  Deutschland
  und  Holland,  in  England,  Spanien  und  Savoyen,  um  dem
schändlichen  Nimmersatt  das  Handwerk  zu  legen.  Friedrich  III.  von
Brandenburg  ließ  seine  Mannschaft  sogleich  zu  den  Truppen  des
Kaisers  stoßen;  denn  er  wußte  schon  von  seinem  Vater  her,  daß
der  Franzmann  der  schlimmste  Feind  des  Vaterlandes  war.  Er
ritt  selber  mit  an  den  Niederrhein,  wo  der  Krieg  damals  tobte,