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hatten.  Aus  den  Dörfern  und  Wäldern  schleppte  das  Landvoll
die  Versprengten  herbei  und  überlieferte  sie  den  preubischen
Soldaten.  Am  Nachmittag  erblickte  man  endlich  den  Feind,
Reichstruppen,  die  eben  ein  Lager  beziehen  wollten.  Aber  das
Erscheinen  einiger  Husaren  genügte,  um  alle  durch  die  Hohlwege
  Reißaus  nehmen  zu  lassen.  Am  15.  überschritten  die
Trümmer  der  Reichsarmee  bei  Lichtenfels  den  Main.
Noch  eiliger  hatten  es  die  Franzosen.  Erst  am  sechsten
Tage  nach  der  Schlacht  gönnten  sie  sich  in  Nordhausen  Rast.
In  aller  Munde  war  jetzt  der  Spottvers:
„Und  Kommt  der  große  Friederich
Und  klopft  nur  an  die  Hosen,
So  läuft  die  ganze  Reichsarmee,
Panduren  und  Franzosen.“

296.  Die  Schlacht  bei  Crefeld.  Von  Hermann  Keussen.

Es  war  im  Jahre  1758.  Der  preußische  Heerführer  Herzog  Ferdinand
  von  Braunschweig  hatte  die  Franzosen  über  den  Rhein
zurückgedrängt.  Am  1.  Juni  überschritt  er  selbst  mit  seinen  Truppen
bei  Emmerich  den  Strom.  Langsam  wie  eine  dräuende  Wetterwolke
folgte  er  dem  alten  Erbfeinde.

Am  18.  Juni  lagerten  die  Franzosen  unter  dem  Grafen  Clermont
  auf  der  Willicher  Heide.  Ihr  Heer  zählte  47000  Mann.
Herzog  Ferdinand  hatte  die  Vorhut  seiner  Armee  bis  Hüls  vorgeschoben.
  Als  er  erfuhr,  daß  Crefeld  von  den  Franzosen  verlassen
sei,  ritt  er  in  die  Stadt  und  bestieg  den  Turm  der  evangelischen
Kirche,  um  die  Stellung  des  Feindes  zu  erforschen.

In  der  Nacht  vom  22.  auf  den  23.  Juni  wurde  im  Zelte  des
Herzogs  großer  Kriegsrat  abgehalten.  Dem  rechten  Heeresflügel
siel  die  Aufgabe  zu,  den  Feind  in  einem  großen  Bogen  zu  umgehen,
der  linke  sollte  gerade  auf  Crefeld  losmarschieren  und  den  Feind  zu
dem  Glauben  verleiten,  daß  der  Hauptangriff  von  dieser  Seite  erfolge.
  Trotz  vieler  Schwierigkeiten  gelang  die  Ausführung  des  Planes.
  Frühmorgens  wurde  es  im  Lager  der  Preußen  und  der  mit
ihnen  verbündeten  Hannoveraner  lebendig.  Es  gelang  dem  Herzog,
seinen  rechten  Flügel  unbemerkt  bis  Anrath  vorzuschieben.  Um
1  Uhr  mittags  entbrannte  der  Kampf.  Die  Gewehre  knatterten,
dumpf  brüllten  die  Kanonen  dazwischen;  über  das  Blachfeld  jagte
die  Reiterei  unter  dem  Prinzen  von  Holstein.  Die  List  des  Herzogs
  wurde  den  Franzosen  verhängnisvoll.  Von  drei  Seiten  zugleich
  angegrisfen,  vermochten  sie  dem  Ansturm  nicht  mehr  standzu-