gerten  sich  die  Leute,  die  Kriegssteuern  zu  zahlen,  so  wurde  irgendein
  Familienglied  als  Geisel  abgeführt.  Mit  der  Bezahlung  der  beigetriebenen
  Verpflegungsmittel  durch  die  Franzosen  sah  es  schlecht
aus.  Wenn  die  Heerführer  überhaupt  nach  vielen  Monaten  bezahlten,
  so  geschah  es  zunächst  weit  unter  dem  Tagespreis  und  dann
nur  in  vollwertig  gerechneten  Papierscheinen  (Assignaten).  Die
schlauen  Franzosen  selbst  aber  nahmen  die  Steuern  nur  in  klingendem
  Metallgeld  entgegen.  Erst  die  Unterdrückung  der  Revolution
  brachte  dem  Lande  eine  Erleichterung  seines  schweren  Joches.

301.  Könzgen  Tusse  nach  der  Schlacht  begena.

4  die  Schacht  bei  Ieno  sich  worbereifete,  eilte  die  Kõnigin

in  Weiynar.  Am  Tage  der  Schlacht  reiste  sie  um  5  T
morgens  von  M'ieimar  ab.  Weniy  fehlte,  so  #cdrre  sie  den  nach#-rüchkenden
  Fronzosen  in  die  Nände  gefallen.  Cleich  LEinker
Weimar  brach  die  Achse  am  Wagen  der  Königin.  Sie  M2chfe
die  offene  Kufsche  ihres  Kammerherrn  bemickzen.s  27“,
wie  die  Könipin  sagte,  „eine  Fahrf  zie#schen  den  Lergen  der
Hosfnunq  und  den  459ründen  der  Veræiveiflunq;  denn  noels
unßte  man  nichts  über  den  Ausqungꝗ  der  Schlacht.

In  Braunschibeig  erfter  Luise  das  ungliickliche  Schicksat
  des  Herzops  von  Bruumschroeig,  dem  eine  feindliehe  Kuger
das  Augenlicht  geraubt  hatte.  In  Prandendury  erhielt  sio
einen  Brief  von  dem  Generaladjutonten  des  Könips  mit  den
iInhalsschkteeren  Worten:  „Der  König  lebt,  die  Schloch#  ist  verl#ren“
  Ach,  1bie  trauerte  da  die  qicke  Kõnigin  um  das  Schiclcsal
  des  Heeres,  wie  bangfte  ihr  vor  der  Zuktinft  des  besiegten
TLandes“

In  Perlin  2oar  bald  ihres  Bleihens  niclit  melir.  Der  sorgende
  Gouverneur  hatte  die  Kinder  des  Kõnigs  eilends  nach
der  Stadt  Scehwedt  an  der  Oder  bringen  lassen.  Dorthin  ging
nun  auch  die  Keise  der  Königin.  Es  ⁊ar  ein  trauriges  Wiederselin,
  das  sie  mit  iliren  Kindern  feierte.  Damals  sprach  sie
æeu  ihren  beiden  ältesten  Söhnen  die  HM’orte  „  Wir  sehen  in
einem  Tage  ein  Gehũude  zerstert,  an  dessen  4½/„ih#ng  große
Männer  2ziei  Juhrlhunderte  gearbeitet  haben.  Es  gibt  nen
preustischen  Stuat,  hein  preußisches  Heer,  keinen  Nationalrihm
  mehr.  Er  ist  verschtounden  wie  jener  Nebel,  der  aus
den  Feldern  von  Jena  und  Auerstädt  die  Gefahren  und  Schrelc-