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tes  und  an  der  Verbesserung  seiner  inneren  Einrichtungen.  Von
den  Männern,  die  hierbei  dem  König  mit  Rat  und  Tat  zur  Seite
standen,  ist  der  bedeutendste  und  verdienstvollste  der  Freiherr  vom
Stein.

Heinrich  Friedrich  Karl  Freiherr  vom  Stein  wurde  am  26.  Oktober
  1757  zu  Nassau  an  der  Lahn  in  der  Nähe  der  Stammburg
seines  Geschlechtes  geboren.  Durch  seine  Studien  hat  er  sich  frühzeitig
  mit  der  Gesetzgebung  und  der  Verwaltung  der  Staaten  vertraut
  gemacht.  Auf  großen  Reisen,  die  ihn  auch  über  die  Grenzen
Deutschlands  hinausführten,  war  er  mit  den  Einrichtungen  mancher
Länder  bekannt  geworden.  Bald  trat  er  in  den  preußischen  Staatsdienst
  ein  und  nahm  im  Jahre  1774  als  Leiter  des  Bergwesens
und  der  Fabriken  Westfalens  seinen  Wohnsitz  zu  Wetter  an  der
Ruhr.  Später  wurden  ihm  höhere  Amter  in  der  Verwaltung  Westfalens
  übertragen;  schließlich  wurde  er  Oberpräsident  aller  derjenigen
  Teile  Westfalens,  die  damals  schon  zu  Preußen  gehörten.

Stein  weilte  gern  in  Westfalen;  seinen  treugesinnten  biedern
Bewohnern  blieb  er  zeitlebens  von  Herzen  zugetan;  für  die  Wohlfahrt
  des  Landes  hat  er  Großes  geleistet.  So  vollendete  er  die
Schiffbarmachung  der  Ruhr  und  verbesserte  die  Schiffbarkeit  der
Weser.  Er  legte  große  Heerstraßen  an  und  verlangte  nicht,  daß
die  Bauern  bei  deren  Bau,  wie  es  bisher  üblich  gewesen  war,
ohne  Entgelt  Dienste  leisteten.  Durch  die  Verbesserung  der  Verkehrswege
  erleichterte  er  es  den  Westfalen,  den  Reichtum  des  Landes
  an  Kohle,  Salz  und  Holz  nach  auswärts  in  den  Handel  zu
bringen;  dadurch  eröffnete  er  dem  Lande  neue  Quellen  des  Wohlstandes.
  Er  förderte  auch  die  Landwirtschaft  und  den  Gewerbebetrieb;
  namentlich  unterstützte  er  die  Leinwandweberei.

Stein  war  in  seinen  Anforderungen  streng  gegen  andere,  aber
ebenso  streng  auch  gegen  sich  selber;  für  nachlässige  und  ungetreue
Untergebene  hannte  er  keine  Schonung.  In  edelster  Uneigennützigkeit
  brachte  er  für  die  Wohlfahrt  Westfalens  große  Opfer;  denn
sein  höchstes  Glüch  war  es,  für  das  Glück  anderer  zu  sorgen.  Trotz
seines  ernsthaften  Wesens  und  seines  mitunter  barschen  Auftretens
gewann  er  das  Vertrauen  aller;  namentlich  aber  verehrten  ihn  die
Armen  und  die  Niedriggestellten  als  ihren  Ratgeber  und  Beschützer.
Darum  sahen  ihn  alle  ungern  scheiden,  als  der  König  ihn  im  Jahre
1804  als  Minister  nach  Berlin  berief.  Auch  Stein  selbst  schied  ungern.
  Vor  seinem  Scheiden  sorgte  er  noch  väterlich  für  sein  liebes
Westfalenland;  auf  seinen  Wunsch  nämlich  wurde  Vincke,  dessen
Tüchtigkeit  er  erkannt  hatte,  zu  seinem  Nachfolger  in  Westfalen
ernannt.