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zeugung,  daß  kein  Opfer  zu  groß  sei  für  das  höchste  menschliche
Gut,  für  seines  Volkes  Freiheit.“

Acht  Tage  später  reiste  Theodor  Körner  nach  Breslau  ab  und
begab  sich  sofort  in  das  Gasthaus  zum  Goldenen  Zepter  auf  der
Schmiedebrücke,  wo  Major  von  Lützow  das  Werbebureau  für  seine
Freischar  aufgeschlagen  hatte.  Zu  Fuß,  zu  Roß  und  Wagen  strömten
  hier  die  Freiwilligen  zusammen:

„Aus  Westen,  Norden,  Süd  und  Ost
Treibt  sie  der  Rache  Strahl,

Vom  Oderflusse,  Weser,  Main,

Vom  Elbstrom  und  vom  Vater  Rhein
Und  aus  dem  Donautal.“

Nach  wenigen  Tagen  stand  der  21  jährige  Hoftheaterdichter
schon  in  Reih'  und  Glied  mit  Bauernsöhnen  und  Geistlichen,  unter
Handwerkern,  Staatsbeamten,  Lehrern  und  Künstlern,  neben  Studenten
  und  Professoren.  In  schwarzer  Uniform,  die  Büchse  auf  der
Schulter  und  vor  dem  Tschako  einen  Totenkopf,  so  marschierte  Theodor
  Körner  als  Lützower  ins  Feld,  um  den  Kampf  für  die  Befreiung
  des  Vaterlandes  mitzustreiten.  Wie  kaum  ein  anderer  wußte
er  den  Säbel  zu  führen;  an  Tapferkeit  und  Heldenmut  leuchtete  er
allen  Jägern  voran,  und  der  Tod  auf  dem  Schlachtfelde  erschien
ihm  als  das  schönste  Erdenlos.  In  stillen  Stunden  aber  dichtete  er
wie  im  Fluge  seine  slammenden  Reiter=  und  Rachelieder.  Auf  dem
Marsch  und  vor  der  Schlacht,  beim  Brand  der  Lagerfeuer  und  im
Quartier,  überall  wurden  seine  Kriegslieder  von  den  „schwarzen
Gesellen“  mit  Begeisterung  gesungen.  So  war  er  bald  der  Liebling
des  ganzen  Freikorps  geworden;  seine  Kameraden  wählten  ihn  einstimmig
  zum  Offizier,  und  Major  von  Lützow  ernannte  den  herrlichen
  Jüngling  zu  seinem  Adjutanten.

Am  17.  Juni  überfielen  die  Franzosen  in  schändlicher  Weise
trotz  des  Waffenstillstandes  die  Lützowsche  Kavallerie  beim  Dorfe
Kitzen  unweit  Leipzig  und  richteten  unter  den  Jägern  ein  furchtbares
  Blutbad  an.  Körner  selbst  wurde  durch  einen  Säbelhieb  am
Kopfe  schwer  verwundet;  kurze  Zeit  lag  er  hilflos  in  einem  Gehölze;
  hier  schrieb  er  mit  zitternder  Hand  in  sein  Taschenbuch  den
„Abschied  vom  Leben“:

„Die  Wunde  brennt;  die  bleichen  Lippen  beben.  —
Ich  fühl's  an  meines  Herzens  matterm  Schlage:
Hier  steh'  ich  an  den  Marken  meiner  Tage.  —
Gott,  wie  du  willst!  Dir  hab'  ich  mich  ergeben.“

Als  Körner  aber  nach  Ablauf  des  Waffenstillstandes  genesen
war,  schwang  er  sich  sogleich  wieder  auf  seinen  Schimmel  und  eilte