selbstverständlich.  In  nnlicher  Weise  haben  deutsche  Hausfrauen
  an  allen  Orten  ihre  Pflicht  erfüllt,  mit  größter  Selbstverleugnung,
  opferfreudig,  in  stiller  dauerhafter  Klraft.

311.  Blüchers  Übergang  über  den  Rhein  in  der  Neujahrsnacht
  1814.  Don  Julius  von  Wickede.

u  den  wichtigsten  Tagen  in  der  Eeschichte  des  Rheinlandes  gehört
der  1.  Januar  des  Jahres  1814,  als  die  Truppen  des  Feldmarschalls
  Blücher  zuerst  den  Rhein  überschritten,  um  das  linke  deutsche
Rheinland  von  der  Sremdberrschaft  zu  befreien.  Schon  in  den  letzten
Tagen  des  Dezember  konnten  die  preußischen  Truppen  aus  vielfachen
Vorbereitungen  klar  erkennen,  daß  der  Rheinübergang  bald  stattfinden
werde.  Die  preußischen  Truppen  hatten  sich  in  der  mehrwöchigen  Rast
von  den  letzten  bedeutenden  Strapazen  vollständig  erholt.  Die  Waffen
der  Soldaten  waren  in  guter  Ordnung,  die  zerrissenen  Sliefel  ausgebessert,
  und  man  hatte  es  jetzt  endlich  auch  dahin  gebracht,  daß  sämtliche
  Joldaten  warme  Tuchhosen  und  gute  Mäntel  erhielten.  Swar
waren  viele  solcher  hosen  und  Müäntel  von  den  Franzosen  erbeutet  und
paßten  weder  in  Schnitt  noch  Farbe  zu  den  übrigen  preußischen  Uniformstüchen;
  doch  wenn  sie  nur  warm  und  ganz  waren,  so  mußte  dies
für  ihren  weck  genügen;  denn  mit  dem  Zussehen  nahm  man  es
n  jener  schweren  und  doch  wieder  so  schönen  Kriegszeit  nicht  genau.
hatten  doch  alle  Soldaten  unter  ihren  verschiedenartigen  Mänteln  und
Röcken  ein  mutiges  preußisches  herz  und  den  festen  Willen,  auch  in
diesem  neuen  Feldzuge  sich  neue  Ehren  zu  erwerben,  und  das  war
doch  die  Hauptsache.

Km  Nachmittage  des  31.  Dezember  ward  fast  das  ganze  Vorksche
Norps  bei  Kaub  zusammengezogen.  Daß  es  jeßzt  über  den  Rhein
gehen  werde,  wußten  alle,  und  die  freudige  Stimmung  war  bei  Offizieren
  und  Soldaten  so  erregt,  daß  sie  den  kalten  Uordostwind  des
eisigen  Wintertages  Kkaum  empfanden.  Sowie  die  einzelnen  Truppenteile
  sich  in  ihrem  Kufmarsche  einander  näherten,  erklang  häufig  ein
fröhliches  „Hrost  Neujahr!“  Es  war  eine  lustige,  heitere  Stimmung
bei  allen,  und  die  Kbendsonne  des  letzten  Jahrestages  beschien  nicht
allein  Tausende  von  hellblitzenden  Bajonettspitzen,  sondern  auch  ebenso
viele  muntere  Gesichter  kräftiger  Soldaten.  Es  war  ein  hübsches,  echt
kriegerisches  Bild  voller  Leben.

Klle  Dorbereitungen  zum  Ubergange  waren  so  gut  getroffen  und
so  geheim  geschehen,  daß  die  französischen  Truppen  am  linken  Ufer
des  Rheines  nicht  das  mindeste  davon  ahnten.  Um  den  Lärm  zu  verdechen,
  den  das  Schlagen  der  Schiffbrüche  verursachte,  hatte  der  Gene-