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ral  v.  Dork  befohlen,  daß  zur  Feier  der  Neujahrsnacht  in  sämtlichen
Wirtshäusern  von  Kaub  Tanzmusik  sein  solle.  Kuch  mehrere  Musikkorps
  mußten  auf  der  Straße  wiederholt  lustige  Tänze  spielen,  so  daß  es
schien,  als  würde  der  Meujahrsabend  in  aller  Lust  und  Freude  verbracht.

Gegen  10  Uhr  abends  rüchte  die  Infanterie  der  Dorhut  möglichst
  geräuschlos  bis  ummittelbar  an  die  Ufer  des  Bheines  vor,  während
  die  Artillerie  und  die  Reiterei  noch  hinter  dem  Städtchen  aufmarschiert
  blieben.  Die  übrigen  Kbteilungen  des  Dorkschen  Korps  hatten
sich  in  Kolonnen  in  den  Schluchten  der  Berge  hinter  Kaub  gelagert,
wo  sie  besseren  Schutz  vor  dem  kalten  Winde  fanden.  Die  Soldaten
litien  nicht  wenig  unter  der  Kälte,  denn  der  Frost  war  stark,  und
Biwahsfeuer,  die  durch  ihren  Schein  die  Menge  der  Truppen  verraten
hätten,  durften  nicht  angezündet  werden.  Die  freudige  Spannung
und  die  feurige  Ungeduld,  bald  auf  das  linke  Rheinufer  zu  kommen,
war  aber  bei  allen  so  groß,  daß  sie  das  Ungemach  gern  ertrugen.

Das  lewehr  bei  Suß,  standen  die  Kompanien,  die  zuerst  übersetzen
  sollten,  in  schweigender  Stille  da.  Jedes  laute  Sprechen,  jedes
Anbrennen  von  Uabakspfeifen  war  streng  untersagt,  nur  in  leisem
Hlüstern  konnten  die  nebeneinanderstehenden  Nameraden  sich  ihre  Bemerkungen
  mitteilen.  So  verstrichen  die  Stunden  gar  langsam,  bis
endlich  der  ersehnte  Zugenblick  nahte,  in  dem  die  Kähne  bestiegen
werden  dursten.

Eine  tiefdunkle  Nacht  bedechte  das  enge  Rheintal,  und  vom
himmel  blichten  die  Sterne  in  dem  hellen  Elanze,  den  sie  so  oft  in
klaren  Winternächten  zeigen.  In  gleichmöäßigem  Rauschen  trieb  der
mächtige  Strom  seine  Hluten  dem  Meere  zu,  und  die  gewaltige  Strömung
  machte  es  fast  bedenklich,  sich  in  den  kleinen,  schwachen  Kähnen
ihrer  Gewalt  anzuvertrauen.  Und  doch  mußte  dies  Wagnis  geschehen,
wenn  der  Bhein  noch  in  dieser  Nacht  wieder  das  werden  sollte,  was
er  früher  gewesen  war,  ein  freier  deutscher  Strom,  der  Stolz  und
Schmuck  unsers  Daterlandes.

Endlich,  gegen  2  Uhr  nachts  war  die  nötige  Sahl  von  Kähnen
beisammen.  Wachere  Rheinschiffer  aus  Rüdesheim,  Lorch  und  Kaub
hatten  sich  freiwillig  erboten,  die  Kähne  zu  steuern;  des  Ruderns
kundige  preußische  Soldaten  waren  ihnen  als  hilfe  beigegeben  worden.
3weihundert  Soldaten  vom  Füsilierbataillon  des  brandenburgischen
Infanterieregiments  und  einige  Süge  ostpreußischer  Jäger  sollten  die
Ehre  haben,  zuerst  überzusetzen.

In  aller  Stille  bestiegen  die  Soldaten  die  Kähne.  Km  linken
Rheinufer  war  kein  Geräusch  vernehmbar;  in  dem  Wachthause  der
Sollbeamten  unweit  Bacharach  schimmerten  hell  erleuchtete  Senster.
Gerade  die  große  Stille  ließ  befürchten,  daß  der  Feind  vielleicht  den