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Candenden  einen  Hinterhalt  gelegt  haben  könnte.  Das  Seuer  einer
verstecht  aufgefahrenen  Batterie  oder  eines  gut  aufgestellten  Bataillons
hätte  sie  gar  unsanft  empfangen  können!  Es  geschah  aber  nichts  von
alledem.  Ungefähr  eine  Viertelstunde  hatte  die  Fahrt  gedauert,  da
landeten  die  Kähne  am  linken  Rheinufer.  war  war  auch  jetzt  noch
den  Truppen  unbedingte  Stille  auf  das  strengste  anbefohlen,  aber
alle  wurden  von  der  Bedeutung  der  glüchlichen  Landung  so  lebhaft
ergriffen,  daß  sie  gegen  das  Derbot  in  ein  lautes  Hurrarufen  ausbrachen.
  Die  im  Wachthäuschen  befindlichen  französischen  Sollbeamten
und  Gendarmen  stürzten  zur  Tür  hinaus,  feuerten  ihre  Gewehre  auf
die  Landenden  ab  und  liefen  dann  in  eiligster  Flucht  nach  Bacharach,
um  die  dort  liegende  französische  Infanterieabteilung  zu  alarmieren.

Durch  die  Schüsse  alarmiert,  trat  eine  französische  Infanteriekompanie,
  die  Bacharach  besetzt  hielt,  sogleich  unter  die  Waffen  und
versuchte  die  Dreußen  aufzuhalten.  Da  aber  die  Franzosen  bald  die
Unmöglichkeit  eines  Widerstandes  einsahen,  räumten  sie  die  Stadt  und
zogen  sich  weiter  landeinwärts  zurück.  In  aller  Eile  besetzten  die
brandenburgischen  Füsiliere  und  ostpreußischen  Jäger  jetzt  den  Ort,  um
einen  sichern  Stützpunkt  zu  haben,  wenn  der  Seind  vielleicht  in  verstärkter
  Sahl  zurüchhommen  sollte.

Kls  die  Bewohner  von  Bacharach  mitten  in  der  kalten  Winternacht
  durch  das  Schießen  plötzlich  aus  tiefstem  Schlummer  aufgewecht
wurden,  wußten  sie  in  ihrem  ersten  Schrechen  gar  nicht,  was  das  zu
bedeuten  habe.  Diele  glaubten  anfänglich,  daß  eine  Nosahenabteilung
  mit  den  Dferden  durch  den  Rhein  geschwommen  sei,  und  die
Rufe:  „Die  Kosaken,  die  Nosahen!“  wurden  vernehmbar.  Da  wurde
denn  in  eiliger  hast  in  vielen  Häusern  schnell  das  wertvollste  Eigentum
  zusammengepackt  und  verborgen,  um  wenigstens  etwas  vor  der
Dlünderung  zu  retten.  Einige  mutige  Männer  von  Bacharach  hatten
sich  inzwischen  auf  die  Straßen,  ja  selbst  bis  vor  die  Tore  gewagt,
um  sichere  Nachricht  einzuziehen.  Bald  hieß  es,  keine  Uosahen,  sondern
  preußische  Truppen  wären  über  den  Rhein  gesetzt  und  hätten  die
Franzosen  vertrieben,  und  mit  Blitzesschnelle  pflanzte  sich  die  frohe
Kunde  von  haus  zu  haus  fort.  Da  atmete  denn  manches  beängstigte
herz  froh  auf,  und  Wein  und  TLebensmilttel  wurden  herbeigeschafft,
um  die  willkommenen  Gäste  zu  erquicken.

Die  dumpfen  Slügelhörner  der  ostpreußischen  Jäger  und  brandenburgischen
  Füsiliere  ertönten  jetzt  schon  in  der  größten  Nähe,  und  bald
konnte  man  auch  die  deutschen  Kommandoworte  der  Offiziere  und  das
hurrarufen  der  Soldaten  vernehmen.  Jubelnde  Surufe  empfingen  nunmehr
  die  einrüchenden  Krieger,  und  aus  den  haustküren  wurden  ihnen
in  Eile  Stärhungsmittel  gereicht.