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In  rastloser  Tätigkeit  setzten  inzwischen  die  Kähne  immer  neue
preußische  Truppenteile  auf  das  linke  Rheinufer  über.  Zuch  die  rusfsischen
  Brückenschläger  arbeiteten  mit  der  größten  Knstrengung,  um
die  Brüche  schnell  zu  vollenden,  und  manche  Soldaten  achteten  es
in  ihrem  Eifer  nicht,  daß  sie  bis  an  die  Brust  in  dem  eisigen  Wasser
standen.  In  Kaub  und  Bacharach  wurde  Wein  in  großen  Kesseln
über  das  Feuer  gesetzt,  um  die  halb  erfrorenen  Soldaten  mit  Elühwein
  zu  erwärmen.  Da  es  jetzt  nicht  mehr  nötig  war,  den  Ubergang
zu  verheimlichen,  so  wurden  an  beiden  Rheinufern  große  holzfeuer
angezündet,  teils  um  die  Soldaten  zu  erwärmen,  mehr  aber  noch,  um
bei  ihrem  Flammenscheine  die  Arbeiten  des  Brüchenschlagens  und  Ubersetzens
  beschleunigen  zu  können.  Statt  der  früheren  Stille  herrschte
jetzt  ein  reges  Leben  auf  dem  Rheinstrome  und  an  beiden  Ufern.
Nähne  mit  Facheln  und  TLaternen  fuhren  hin  und  her,  Gelächter,
Musik,  Kommandoworte  und  Signale,  oft  auch  ein  freudiges  hurrageschrei
  ertönten  auf  beiden  Ufern  des  Stromes,  und  hüben  wie
drüben  blieb  in  dieser  denkwürdigen  Nacht  kein  Einwohner  in  seinem
  Bette.

Eegen  4  Uhr  morgens  war  auch  die  russische  Hontonbrückhe  so
weit  fertig,  daß  der  geordnete  Ubergang  der  Truppen  geschehen  konnte.
Kls  die  Morgensonne  des  1.  Januar  mit  ihren  Strahlen  die  Zinnen
und  Henster  der  alten  Pfalzburg  im  Rheine  vergoldete,  da  befand  sich
die  ganze  Dorhul  des  Dorkschen  Korps  auf  dem  linken  Rheinufer.
Die  Truppen  hatten  nicht  allein  Bacharach,  sondern  auch  die  Dörfer
Langscheid,  Henghausen  und  Oberwesel  besetzt.  Überall  wurden  die
preußischen  Soldaten  mit  dem  größten  Jubel  von  der  Einwohnerschaft
begrüßt,  und  alt  und  jung,  vornehm  und  gering,  wetteiferte,  den  willkommenen
  Cästen  die  besten  Stärkungsmittel  vorzusetzen.

Der  UÜbergang,  der  den  ganzen  1.  Januar  ununterbrochen  fortdauern
  sollte,  erlitt  aber  eine  unangenehme  Derzögerung.  Der  mächtige
  Strom  hatte  einzelne  Glieder  der  Hontonbrücke  auseinandergerissen,
und  es  verging  ein  Teil  des  1.  Januar,  bis  die  Brücke  vollständig
wiederhergestellt  war.  Am  Kbend  des  2.  Januar  waren  sämtliche
Dreußen  auf  dem  linken  Rheinufer.  Die  Entkschlossenheit,  mit  der  der
Feldmarschall  Blücher  jetzt  seine  Truppen  vorwärts  marschieren  ließ,
schüchterte  die  Feinde  so  ein,  daß  sie  nirgend  einen  ernsthaften  Widerstand
  wagten.  Schon  am  5.  Januar  langte  die  Vorhut  des  Obersten
Eraf  henkel  vor  Trier  an.  Noch  in  derselben  Nacht  räumten  die
Hranzosen  die  Stadt,  und  die  Hreußen  wurden  von  der  Bevölkerung
als  Befreier  mit  den  lebhaftesten  Freudenbezeigungen  ausfgenommen.

Jetzt  steht  in  dem  Städtchen  Kaub  ein  schönes  Denkmal  des  tapfern
  Feldmarschalls.