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9.  Drum  blaset,  ihr  Trompeten!  Husaren,  heraus!
Du  reite,  lierr  Feldmarschall,  wie  Winde  im  Saus  —
Dem  sSiege  entgegen  zum  Khein,  ühern  Khein,

Du  tapferer  Degen,  in  Frankreich  hinein!

313.  Erlaß  Friedrich  Wilhelms  III.  über  die  Besitzergreifung
  der  Rheinlande.

A'  die  Einwohner  der  mit  der  preußischen  Monarchie  vereinigten
Rheinlande!

Als  Ich  dem  einmütigen  Beschluß  der  zum  Kongreß  versammelten
  Mächte,  durch  welchen  ein  großer  Teil  der  deutschen  Provinzen
  des  linken  Rheinnsers  Meinen  Staaten  einverleibt  wird,
Meine  Zustimmung  gab,  ließ  Ich  die  gefahrvolle  Lage  dieser  Grenzlande
  des  deutschen  Reiches  und  die  schwere  Pflicht  ihrer  Verteidigung
  nicht  unerwogen.  Aber  die  höhere  Rücksicht  auf  das  gesamte
deutsche  Baterland  entschied  Meinen  Entschluß.  Die  deutschen  Urländer
  müssen  mit  Deutschland  vereinigt  bleiben;  sie  können  nicht
einem  andern  Reiche  angehören,  dem  sie  durch  Sprache,  durch  Sitte
und  Gewohnheiten  fremd  sind.  Sie  sind  die  Vormauer  der  Freiheit
und  Unabhängigkeit  Deutschlands,  und  Preußen,  dessen  Selbständigkeit
  seit  ihrem  Verluste  hart  bedroht  war,  hat  ebensosehr  die  Pflicht
als  den  ehrenvollen  Anspruch  erworben,  sie  zu  beschützen  und  für
sie  zu  wachen.  Dies  erwog  Ich  und  auch,  daß  Ich  Meinen  Völkern
ein  treues,  männliches,  deutsches  Volk  verbrüdere,  welches  alle  Gefahren
  freudig  mit  ihnen  teilen  wird,  um  seine  Freiheit  mit  ihnen
in  entscheidenden  Tagen  zu  behaupten.  So  habe  Ich  denn  im  Vertrauen
  auf  Gott  und  auf  die  Treue  und  auf  den  Mut  Meiner
Völker  diese  Rheinlande  in  Besitz  genommen  und  mit  der  preußischen
  Krone  vereinigt.

Und  so,  Ihr  Einwohner  dieser  Länder,  trete  Ich  jetzt  mit
Vertrauen  unter  Euch,  gebe  Euch  Euerm  deutschen  Vaterlande,
einem  alten  deutschen  Fürstentum  wieder  und  nenue  Euch  Preußen.
Kommt  Mir  mit  redlicher,  treuer  und  beharrlicher  Anhänglichkeit
entgegen!

Ihr  werdet  gerechten  und  milden  Gesetzen  gehorchen.  Eure
Religion,  das  Heiligste,  was  dem  Menschen  angehört,  werde  Ich
ehren  und  schützen.  Ich  werde  die  Anstalten  für  Eure  Kinder  herstellen,
  die  unter  der  Bedrückung  der  vorigen  Regierung  jo  sehr
vernachlässigt  wurden.

Wien,  5.  April  1815.  Friedrich  Wilhelm