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Sie  bitten,  auszusteigen,  der  Wagen  muß  untersucht  werden“,
begann  der  Beamte  wieder.

Willig  verließen  die  Insassen  den  Wagen,  der  Beamte
stieg  hinein,  aber  ebenso  schnell  wieder  heraus.  „Es  war  meine
Pflicht“,  sagte  der  höfliche  Hannoveraner;  „reisen  Sie  glücklich!“
Ohne  Anstand  ging  die  Reise  weiter.  Andern  Tages  standen
die  Reisenden  vor  einem  Schlagbaum  von  Bücdteburg.  Dort
spielte  sich  eine  ähnliche  Untersuchung  ab,  die  ebenso  glücdtlich
ablief.  Mit  unendlicher  Seelenruhe  bestieg  der  Herr  Professor
wieder  den  Wagen,  während  um  die  Lippen  seiner  Frau  ein
triumphierendes  Lächeln  spielte.

Es  dauerte  nicht  zwei  Stunden,  so  bielten  die  Reisenden
vor  einem  Zollhause  von  Lippe-Detmold.  Der  herantretende
Zollwächter  verlangte  den  Wagen  zu  untersuchen,  stieg  binein,
hob  das  Sitkissen  auf  und  sah  in  den  Kutschkasten.  „Was  ist
in  dem  Sacke  da?“  rief  er,  den  verhängnisvollen  Kaffeesack
dem  erstaunten  Professor  vor  die  Augen  haltend.  Die  Entschuldigung,
  daß  der  Kaffee  gegen  sein  Wissen  mitgenommen  sei,
konnte  die  Zollbeamten  nicht  hindern,  den  Sadk  Kaffee  zu  wiegen
  und  den  Zoll  und  die  Strafe  dafür  zu  berechnen.  Den
Wunsch  seiner  Frau,  den  Kaffee  einzulösen,  zu  verzollen  und
mit  nach  Hause  zu  nehmen,  konnte  der  Professor  auch  nicht  abschlagen,
  und  so  wurde  denn  sein  Geldbeutel  bedeutend  leichter.

Die  Frau  Professor  nahm  ihren  Kaffeesack,  steckte  ihn
wieder  in  den  Kutschkasten,  und  hurtig  ging  die  Reise  weiter.

Der  Schmerz  der  Reisenden  war  noch  nicht  überwunden,
so  hielt  ihr  Wagen  vor  einem  preufßischen  Zollhause.

Die  Frage  nach  dem  Zollbaren  wurde  gewissenhaft  mit
ja  beantwortet,  der  Kaffeesak  hervorgeholt  und  die  erhaltene
  Quittung  vorgelegt.

Der  Beamte  sah  den  Beleg  wiederholt  durch  und  sagte
dann:  „Ich  bitte  um  die  Quittung  über  den  gezahlten  2oll.“

„Quittung?  Zoll?“  entgegnete  befremdet  der  Herr  Professor.
  „Ja,  ja,“  erwiderte  der  Beamte,  „die  Quittung,  die  Sie
in  Detmold  erhalten  haben  über  den  Zoll;  die  mir  vorgelegte
Quittung  lautet  bloß  über  die  Strafgelder.“  Dem  Herrn  Professor
  wurde  nun  klar,  daß  sie  in  Detmold  abgefahren  waren,
ohne  sich  erst  die  Quittung  über  den  Zoll  ausstellen  zu  lassen.
Um  nun  die  Strafe  nicht  noch  einmal  bezahlen  zu  müssen,
wurde  ein  Bote  nach  Detmold  geschickt,  sie  zu  holen.  Nach
Verlauf  mehrerer  Stunden  war  sie  da;  der  Herr  Professor  be-