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ein  treuer,  sorgfältiger,  barmherziger  Fürst,  ein  christlicher  König
sein  will.“  —  „Ich  gelobe,  meine  Herrschaft  in  der  Furcht  Gottes
und  in  der  Liebe  der  Menschen  zu  führen,  mit  offenen  Augen,
wenn  es  die  Bedürfnisse  meiner  Völker,  mit  geschlossenen,  wenn  es
die  Gerechtigkeit  gilt.“  —  „In  allen  Stücken  will  ich  so  regieren,
daß  man  in  mir  den  echten  Sohn  des  unvergeßlichen  Vaters,  der
unvergeßlichen  Mutter  erkennen  soll.“

In  unserm  Vaterlande  herrschte  damals  Ruhe  und  Frieden.
Man  zehrte  von  den  Erinnerungen  an  die  große  Völkerbewegung
der  Befreiungskriege  und  suchte  durch  ein  einfaches,  sparsames  Leben
die  Wunden  zu  heilen,  die  der  Kriegssturm  Napoleons  der  halben  Welt
geschlagen  hatte.  Eisenbahnen  waren  erst  wenige  vorhanden  fast  aller
Verkehr  bewegte  sich  auf  den  großen  Heerstraßen.  Hochbepackte  Frachtfuhrwerke,
  Postwagen  und  Wagen  von  Geschäftsreisenden  belebten
die  Landstraßen.  Posthöfe,  Zollhäuser  und  Schlagbäume  fand  man
überall.  Bei  solchen  Verkehrsverhältnissen  war  das  Reisen  teuer  und
umständlich.  Deshalb  wurden  nur  die  notwendigsten  Reisen  unternommen;
  man  begnügte  sich  mit  Tagesausflügen  in  die  Nachbarschaft
  oder  nutzte  die  Ferien  mit  Gartenarbeit  ans.  Zeitungen  wurden
  auf  den  Dörfern  nicht  gehalten,  und  in  der  Stadt  begnügten
sich  fünf,  sechs  und  mehr  Familien  mit  einer  Zeitung,  so  daß  drei
bis  vier  Tage  vergingen,  ehe  alle  sie  gelesen  hatten.

Auch  die  Hauptstadt  Berlin  war  von  der  heutigen  himmelweit
verschieden.  Das  Schloß,  die  Linden,  das  Brandenburger  Tor  und
die  zahlreichen  Denkmäler  waren  ja  großartig  und  anziehend  genug;
aber  in  den  andern  Straßen  war  nichts  mehr  vorhanden,  was
des  Beachtens  wert  gewesen  wäre.  Berlin  hatte  die  Ausdehnung
einer  Großstadt,  war  aber  nur  in  geringem  Maße  eine  solche.  Alle
Bahnhöfe  waren  ärmliche  Banten,  das  Straßenpflaster  war  zum
großen  Teil  schlecht  und  der  Fahrdamm  in  allen  Straßen  von  tiesen
  Rinnen  eingefaßt,  die  mit  dem  Schmutzwasser  der  Häuser  gefüllt
  waren.  Omnibusse  waren  ein  seltener  Aublick  auf  der  Straße;
einer  fuhr  allstündlich  die  Friedrichstraße  herauf  und  herunter.
Droschken  waren  in  genügender  Zahl  vorhanden,  aber  meist  in
einem  jämmerlichen  Zustande,  der  den  Spott  der  Fremden  herausforderte.
  Freilich  konnte  man  für  fünfzig  Pfennig  von  einem
Ende  der  Stadt  bis  zum  andern  fahren;  aber  bei  dem  schlechten
Pflaster  war  eine  solche  Fahrt  kein  Vergnügen.  Die  Berliner
Eigenart,  die  jebt  mehr  und  mehr  verschwindet,  stand  damals  noch
in  hoher  Blüte.  Als  Getränk  war  im  Volke  das  Weißbier  am
beliebtesten,  und  alle  Genüsse  waren  billig  und  einfach  oder  noch
mehr  als  einfach.