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schiedenen  Anfstände  war  die  Staatsgewalt  allmählich  wieder  erstarkt;
Ruhe  und  Ordnung  traten  mit  der  Zeit  wieder  in  ihr  gutes  Recht.

Die  preußische  Nationalversammlung,  deren  Einberufung  Friedrich
  Wilhelm  IV.  während  des  in  Berlin  ausgebrochenen  Volksaufstandes
  versprochen  hatte,  war  am  22.  Mai  1848  zusammengetreten.
Sie  stand  aber  ganz  unter  dem  Druck  des  Pöbels,  der  sogar  das
Zeughaus  stürmte.  Das  veranlaßte  den  König,  die  Versammlung
zunächst  von  Berlin  nach  Brandenburg  zu  verlegen  und  schließlich
aufzulösen.  Am  31.  Jannar  1850  gab  er  jedoch  aus  eigener  Machtvollkommenheit
  dem  Königreich  eine  Verfassung,  durch  die  die  Untertanen
  das  Recht  erhielten,  an  der  Gesetzgebung  des  Landes  teilzunehmen.
  Preußen  wurde  eine  konstitutionelle  oder  beschränkte
Monarchie.

316.  Dom  Sturm  auf  die  Düppeler  Schanzen.

Von  Hübner  und  Schwochow.

Unm  neun  Uhr  war  Prinz  Sriedrich  Karl  mit  seinem  Stabe  auf  dem
Spitzberge  erschienen.  hinter  den  zum  Sturmangriff  lagernden
Uruppen  standen  fünf  leichte  Feldlazarette  mit  ihren  fahrenden  Rbteilungen;
  die  Ritter  und  Brüder  des  Johanniterordens  mit  ihren
Wagen,  geführt  vom  Erafen  Stolberg,  harrten  ihrer  schweren  Uätigheit.
  Die  Nacht  war  wundervoll  gewesen.  Dom  Silberglanz  des
Mondlichtes  umflossen,  lagen  das  Meer  und  die  verschwimmenden  Umrisse
  der  Uferbuchten  vor  den  Zugen  der  in  den  Gräben  still  versammelten
  Männer,  deren  Gedanken  in  dieser  Nacht,  für  so  viele  die  letzte
ihres  Lebens,  noch  einmal  mit  tiefer  Inbrunst  und  Wehmut  daheim
bei  den  Ihrigen  weilten.  Wie  viele  Herzensgrüße  und  heiße  Gebete
stiegen  zum  sternenfunkelnden  himmel  empor!  Stille  und  Kindacht
webten  durch  die  fast  sommerlich  warme  Nacht.  Wie  groß,  wie  schön!

Der  Mond  ist  untergegangen.  Dunkel  hüllt  die  Erde  geheimnisvoll
  ein.  Doch  jetzt  zittert  im  Osten  ein  matter  Schimmer  herauf,
der  erste  Gruß  des  erwachenden  Tages;  Horizont  und  Meer  beginnen
sich  langsam  zu  erhellen,  und  deutlich  erkennt  man  die  hüpfenden
Wogen,  die  der  Morgenwind  leise  bewegt.  Und  jetzt  —  welch  zauberisches
  Schauspiel  —,  da  flammt's,  wie  von  Geisterhand  berührt,  empor,
  leuchtend,  zuchend,  und  heraus  aus  dem  Meeresschoße  steigt  in
unbeschreiblicher  Majestät  die  volle  goldene  Scheibe  der  Sonne  und
wirft  ihre  goldenen  Strahlenbüschel  über  himmel,  Meer  und  TLand.
Dergessen  ist  der  drohende  Ernst  der  nächsten  Stunden;  erhebende  Kudacht
  füllt  alle  herzen.  Da  blitzt  es  von  der  Gammelmarbbatterie