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nur  auf  den  geschlagenen  Feind,  auf  die  richtige  Benutzung  des  erfochtenen
  Sieges  gerichtet  werden  mußten.  Ich  machte  darum
meine  Adjutanten  auf  diese  Notwendigkeit  aufmerksam,  daß  es  vor
allen  Dingen  auf  die  sofortige  Verfolgung  der  Osterreicher  ankomme,
und  schichte  Jasmund  zu  Steinmetz  mit  dem  Befehl,  sofort  die
Verfolgung  des  Feindes  zu  übernehmen.

Der  Geschützkampf  dauerte  noch  immer  fort,  entfernte  sich  aber,
und  es  gab  nun  eine  kleine  Pause,  während  der  wir  Nachrichten
einsammelten,  auch  die  Toten  und  Verwundeten  aufsuchen  konnten.
Anton  Hohenzollern  war  schwer  getroffen,  Graf  Dohna  vom  ostpreußischen
  Jägerbataillon  lag,  durch  die  Bruft  geschossen,  unweit
der  Leiche  Theißens,  dem  wir  Schärpe  und  Kette  für  die  Seinigen
  vom  Halse  abnahmen.  Dohna  trug  mir  noch  Grüße  für
seinen  Vater  auf  und  konnte  mir  noch  sagen,  daß  vom  Bataillon
nach  einer  ungeheuern  Salve  österreichischer  Jäger  nur  noch  zwei
Offiziere  gesund  geblieben.  Leutnant  von  Pape  vom  2.  Garderegiment
  zu  Fuß,  der  einzige  Sohn  des  Kommandeurs,  ward,  von  drei
Kugeln  getroffen,  vorübergetragen;  ich  umarmte  ihn,  den  ich  von
Kind  auf  kannte,  im  Namen  seines  Vaters;  daneben  meldete  mir
Leutnant  Lorius  vom  2.  Garderegiment  zu  Fuß,  er  habe  ein  Eeschütz
  erobert.  Aie  werde  ich  den  ernsten  Ausdruch  der  Züge  Kessels
vergessen,  als  wir  uns  hier  begegneten,  indem  er  das  1.  Garderegiment
  vor  Chlum  sammelte.  Um  uns  herum  lagen  und  humpelten
  so  viele  von  den  wohlbekannten  Gesichtern  der  Potsdamer
und  Berliner  Garnison.  Jeder  hatte  etwas  zu  erzählen.  Jammervoll
  sahen  diejenigen  aus,  die  sich  ihrer  Gewehre  als  Krüchen  bedienten
  oder  von  mehreren  gesunden  Kameraden  die  Höhe  hinaufgeführt
  wurden.  Am  schauerlichsten  aber  sah  eine  österreichische  Batterie
aus,  deren  gesamte  Bedienung  und  Bespannung  erschossen  lag.  So
jagten  die  verschiedenartigsten  Eindrücke  in  jeder  Sekunde  an  einem
vorbei.

Es  kam  nun  ein  Böntglicher  Befehl,  daß  General  von  Herwarth
  mit  seinem  8.  Armeekorps  den  Feind  verfolgen,  alles  andere
aber  auf  dem  Schlachtfeld  biwakieren  sollte.  So  beritt  ich  jetzt  die
Dörfer,  um  noch  weitere  Erkundigungen  einzuziehen  und  den  König
aufzusuchen.  Ich  sprach  längere  Zeit  mit  den  Mannschaften  des
27.  Infanterieregiments.  Sie  sagten  wie  aus  einem  Munde:  „Daß
Sie  heute  kommen  sollten,  wußten  wir  alle;  wir  hatten  einen  harten
Stand  im  Walde  bei  Sadowa,  bis  es  auf  einmal  hieß:  „Da  kommt
er,  da  Kkommt  er!  Aun  ging  alles  wieder  gut;  aber  es  war  hohe
Zelt,  daß  Sie  kamen.“  Diese  einfache,  schlichte  Darlegung  der  Sachlage
  machte  auf  mich  einen  tiefen  Eindruck.