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Ein  Schlachtfeld  zu  bereiten,  ist  grauenvoll,  und  es  lassen  sich
die  entsetzlichen  Verstümmelungen,  die  sich  dem  Blick  darbieten,  gar
nicht  beschreiben.  Der  Krieg  ist  doch  etwas  Furchtbares,  und  derjenige,
  der  mit  einem  Federstrich  am  grünen  Tisch  den  Krieg  herbeiführt,
  ahnt  nicht,  was  er  heraufbeschwört.  Unerwartet  begegnete
ich  zunächst  Verwundeten  vom  51.  Infanterieregiment,  unter  ihnen
Hauptmann  Hiebe,  ehemaliger  Untergebener  von  mir,  11.  Infanterieregiment,
  der  in  den  Fuß  geschossen  war.  Ein  schwerverwundeter
Erenadier  vom  2.  Garderegiment  rief  mich  an:  „Ach,  lieber  Herr
Kronprinz,  lassen  Sie  mich  doch  transportieren!“  Alajor  von  Erckart
vom  2.  Garderegiment,  verwundet,  wie  es  hieß  hoffnungslos,  fuhr
in  einem  IA  gen  an  uns  vorbei.  Er  konnte  nur
mit  schwacher  Stimme  auf  meine  Erkundigung  antworten.  Dann
traf  ich  das  Kolberg-G  iment  und  die  Blücherhusaren  von
meinem  pommerschen  Armeekorps,  eine  unerwartete  Freude,  diese
gerade  hier  zu  sehen.

Endlich,  nach  vielem  Suchen  und  Fragen,  fanden  wir  den
König;  ich  meldete  ihm  die  Anwesenheit  meiner  Armee  auf  dem
Schlachtfelde  und  kühzte  ihm  die  Hand,  worauf  er  mich  umarmte.
Veide  konnten  wir  eine  Zeitlang  nicht  sprechen,  bis  er  zuerst  wieder
Worte  fand  und  nur  sagte,  er  freue  sich,  daß  ich  bisher  glückliche
Erfolge  gehabt,  auch  Befähigung  zur  Führung  bewiesen.  Er  habe
mir,  wie  ich  wohl  durch  sein  Telegramm  wisse,  für  die  vorhergegangenen
  Siege  den  Orden  pour  le  mérite  verliehen.  Jenes  Telegramm
hatte  ich  nicht  erhalten,  und  so  überreichte  mir  denn  mein  Vater
und  König  auf  dem  Schlachtfelde,  wo  ich  den  Sieg  mitentschieden,
unsern  höchsten  Miilitärverdienstorden.  Ich  war  tief  davon  ergriffen,
  und  auch  die  Umstehenden  schienen  bewegt.  Es  war  ein  wundervoller
  Abend  geworden,  und  gerade  während  unserer  Begrüßung
ging  die  Sonne  in  ihrer  ganzen  Pracht  unter.  Bismarch,  ebenso
sämtliche  Offiziere  vom  Königlichen  Hauptquartier  wie  auch  mein
ganzer  Stab  wohnten  dem  bei.  Aun  hatte  ich  noch  eine  längere
Besprechung  mit  dem  Könige,  in  der  ich  ihm  angelegentlichst  die
Generale  Blumenthal  und  von  Steinmetz  empfahl;  denn  diese  beiden
hohen  Militärs  hatten  wesentlichen  Anteil  an  allen  meinen  Anordnungen.
  Se.  Mojestät  gewährte  meine  Bitte,  General  von  Steinmetz
für  seine  Verdienste  den  Schwarzen  Adlerorden  zu  verleihen,  und
setzte  auf  meinen  Vorschlag  fest,  der  Schlacht  den  Namen  „Königgrätz“
  zu  geben.

Wir  ritten  nun  wieder  über  Chlum,  um  zu  versuchen,  in
Horenowes  Nachtauartier  zu  finden;  aber  die  in  Königinhof  gebliebene
  Bagage  konnte  micht  vor  morgen  früh  eintreffen.  Nach  vielen

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