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Sohn,  den  Kronprinzen,  erblickt,  und  als  gleich  dahinter  Bismarck,
Moltke  und  Roon  erscheinen;  in  ihrer  Begleitung  macht  er  den
letzten  Teil  seiner  Reise.

Der  blumenbekränzte  Potsdamer  Bahnhof  empfängt  den  Zug
in  Berlin.  Der  Bahnsteig  ist  überfüllt  —  ein  donnerndes  Hurra
ertönt.  Der  König  steigt  aus,  reicht  dem  greisen  Wrangel  die  Hand
und  schreitet  dann  langsam,  die  Hände  links  und  rechts  reichend,
nach  allen  Seiten  freundlich  grüßend  und  von  den  Damen  Blumensträuße
  entgegennehmend,  ins  Wartezimmer.

Nach  kurzem  Verweilen  besteigt  der  König  seinen  Wagen
und  fährt  langsam  durch  die  ihm  zujubelnden  Menschenmassen
nach  seiner  Wohnung.  Orkanartig  erdröhnt  dort  noch  einmal  ein
hunderttausendstimmiges  Hurra;  der  König  spricht  von  der  Rampe
aus  einige  Worte  des  Dankes;  dann  tritt  er  in  seinen  Palast.  Doch
nicht  lange  wird  dem  von  der  anstrengenden  Fahrt  ermüdeten
Monarchen  Ruhe  gegönnt;  die  Volksmenge  umsteht  noch  immer  den
Palast  und  läßt  nicht  nach,  bis  er  sich  aufs  neue  am  Fenster  zeigt.
Da  entblößen  sich  rasch  alle  Häupter,  und  in  vieltausendstimmigem
Chor  braust  die  Nationalhymne  zu  ihm  hinauf,  männlich  und  gewaltig.
  Der  Feuergeist  von  1813  leuchtet  aus  dem  Gesang  hervor.

Es  ist  11  Uhr.  Noch  immer  wogt  das  Volk  auf  und  ab  vor
dem  Palaste.  Da  erscheint  Moltke,  der  schweigsame  Denker  der
Schlachten.  Stürmischer  Willkomm  wird  ihm  von  allen  Seiten  zuteil;
  sast  hebt  man  ihn  auf  die  Schultern,  um  ihn  in  den  Palast  zu
tragen.  Eine  halbe  Stunde  später,  da  die  begeisterten  Rufe  nicht
aufhören,  treten  einige  Schutzleute  unter  die  Versammelten:  der
König  ließe  bitten,  nach  Hause  zu  gehen;  er  habe  noch  viel  zu  arbeiten
  diese  Nacht.  „Der  König  will  Ruhe.  Nach  Hause!  Nach
Hause!"  erschallt  es  durch  die  Menge,  und  in  wenigen  Augenblicken
ist  der  ganze  Platz  gelcert.

Noch  spät  in  die  Nacht  hinein  brannte  die  Lampe  im  Arbeitszimmer
  des  Königs,  und  doch  hat  man  schon  in  der  Frühe  des
nächsten  Morgens  den  rastlosen  Fürsten  wieder  aus  dem  Palaste
heraustreten  sehen,  einen  leichten  Soldatenmantel  übergeworfen  und
eine  einsache  Dienstmütze  auf  dem  Kopfe.

Ausübung  militärischer  Pflichten,  ernste  und  lange  Beratungen
mit  den  Ministern,  Audienzerteilungen  warteten  ja  des  Königs  nach
seiner  Rückkehr  in  die  Hauptstadt.

Der  Königliche  Palast  ist  vom  Morgen  bis  zum  Abend  von
Volksmassen  umdrängt,  und  sooft  der  König  sich  am  Fenster  zeigt,
ist  des  Beisalljauchzens  kein  Ende.  Und  wenn  er  im  offenen  Wagen