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Eine  Kugel  hatte  durchlöchert  ihr  Erz  —
Um  die  Toten  klagte  die  wunde.

7.  Um  die  Tapfern,  die  Treuen,  die  Wacht  am  Rhein,
Um  die  Brüder,  die  heut'  gefallen,
Um  sie  alle  —  es  ging  uns  durch  Mark  und  Bein  —
Erhub  sie  gebrochenes  Lallen.

8.  Und  nun  kam  die  Nacht,  und  wir  ritten  hindann,
Rundum  die  Wachtfeuer  lohten;
Die  Rosse  sämoben,  der  Regen  rann  —
Und  wir  dachten  der  Toten,  der  Toten!

324.  Die  Schlacht  bei  Sedan.  Von  Wilbelm  Pfeiser.

A  Morgen  des  1.  September  1870  um  6  Uhr  verließ  der  König
das  Städtchen  Vendresse,  wo  er  die  Nacht  zugebracht  hatte,
und  fuhr  in  dichtem  Frühnebel  zum  Schlachtfelde.  Nach  etwa  einstündiger
  Fahrt  stieg  er  zu  Pferde  und  ritt  nach  einer  Anhöhe,
die  Offiziere  für  ihn  ausgesucht  hatten,  da  sie  einen  weiten  Umblick
  bieten  werde,  wenn  der  Tag  sich  aufkläre.  Eben  als  der  König
  ankam,  brach  die  Sonne  durch  und  versprach  einen  heißen  Sommertag.
  Der  Nebel  fing  an  zu  wallen  und  entschleierte  zuerst  die
Berghöhen  mit  ausgedehnten  Gehölzen,  dann  weite  Feldflächen,  Dörfer,
  Mühlen  und  Gehöfte,  die  inmitten  von  Gärten  lagen,  und  nur
durch  die  tieferen  Täler  zog  er  noch  seine  langen  Streisen.  Als
auch  diese  allmählich  gewichen  waren,  glänzte  die  silbern  schimmernde
  Maas  herauf,  und  in  hellem  Sonnenlichte  lag  das  schöne
Land  vor  ihm,  gerade  zu  seinen  Füßen  die  Festung,  von  einer  breiten
  Wasserfläche  des  aufgestauten  Stromes  umfaßt.  Der  König
stieg  vom  Pferde,  denn  er  beabsichtigte,  von  hier  aus  die  Schlacht
zu  leiten.  Um  ihn  versammelten  sch  die  deutschen  Fürsten,  die
ihm  ins  Feld  gefolgt  waren;  Bismarck,  Moltke,  Roon  waren  zugegen
  und  ein  zahlreiches  glänzendes  Gefolge.  Zwölf  lange  Stunden
  hat  der  König  auf  der  baumlosen  Anhöhe  zugebracht,  den
Strahlen  der  Septembersonne  ausgesetzt  und  fast  ohne  etwas  zu  sich
zu  nehmen;  erst  als  die  Nacht  hereinbrach  und  der  herrlichste  Sieg
ersochten  war,  hat  er  den  Platz  verlassen.  Bald  stehend,  bald  aufund
  ab  gehend,  bald  auf  einem  herbeigeschafften  Stuhle  sitzend,
schante  er  während  der  ganzen  Zeit  fast  unablässig  durch  seinen
Feldstecher  nach  der  Schlacht  aus.  Zuweilen  sprengten  Adjutanten
heran  und  überbrachten  Meldungen,  die  er  aufmerksam  anhörte.
Sie  empfingen  Befehle  und  ritten  davon.  Dann  sprach  er  wohl  mit
Moltke  ein  paar  Worte,  folgte  aber  sogleich  wieder  dem  Gange  der
Schlacht,  die  sich  fast  wie  ein  Schaufpiel  in  dem  Felde  vor  ihm
abspielte.