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gönnt  sein  wird,  den  Lohn  seiner  heißen  und  opfermütigen  Kämpie
in  dauerndem  Frieden  und  innerhalb  der  Grenzen  zu  genießen,
welche  dem  Vaterlande  die  seit  Jahrhunderten  entbehrte  Sicherung
gegen  erneute  Angriffe  Frankreichs  gewähren.
Uns  aber  und  Unsern  Nachfolgern  an  der  Kaiserkrone  wolle
Gott  verleihen,  allzeit  Mehrer  des  Deutschen  Reichs  zu  sein,  nicht
an  kriegerischen  Eroberungen,  sondern  an  den  Gütern  und  Gaben
des  Friedens  auf  dem  Gebiete  nationaler  Wohlfahrt,  Freiheit  und
Gesittung.
Gegeben:
Hauptquartier  Versailles,  den  17.  Januar  1871.
Wilhelm.

Nach  Verlesung  dieser  Worte  rief  der  Großherzog  von  Baden
mit  lauter  Stimme:  „Seine  Kaiserliche  und  Königliche  Majestät
Kaiser  Wilhelm  lebe  hoch,  hoch,  hoch!“  Jubelnd  stimmte  die  Versammlung
  in  dieses  erste  Kaiserhoch  ein;  die  Helme  wurden  geschwenkt,
  Tränen  freudiger  Rührung  erglänzten  in  den  Augen,  und
die  Siegesfahnen  senkten  sich  dem  Kaiser  zu  Häupten.  Zu  schmett
ternder  Musik  jubelte  der  Chor:  „Heil  dir  im  Siegerkranz,  Herrscher
  des  Vaterlands!  Heil,  Kaiser,  dir!“  und  von  fernher  dröhnte
Kanonendonner  in  Feindesland.  Unter  den  Klängen  des  Hohenfriedberger
  Marsches  kehrte  der  Kaiser  mit  großem  Gefolge  zurück.
  Mitten  im  Waffenlärm  war  das  neue  deutsche  Kaisertum  geboren
  worden.  „Die  langjährigen  Hoffnungen  unserer  Voreltern,
die  Träume  deutscher  Dichtungen  sind  erfüllt“,  schrieb  Kronprinz
Friedrich  Wilhelm  am  Abend  des  denkwürdigen  18.  Januar  1871
in  sein  Tagebuch.

328.  Der  Bhein.  Von  Emanuel  Geibel.

E-  kommt  der  Cenz,  es  schmilzt  der  Schnee,
Der  Rhein  fängt  an  zu  brausen,

Mit  Jauchzen  wirft  er  vom  Geklipp

hinab  sich  bei  Schaffhausen.

2.  Und  als  er  fürder  wallt  im  Cal,
Den  Wasgau  sieht  er  winken.
„Uun  grüß'  dich  Golt,  du  deutsches  Land
Gur  Rechlen  und  zur  Linken!