Lande  sich  zu  gemeinsamem  Liebesdienst  für  Kriegs-  und  Friedensnöte
  die  Hünde  reichten.

Kaum  hatten  das  Rote  Kreuz  und  der  Vaterländische  Frauenverein
  ihre  Lehrjahre  hinter  sich,  so  mulhten  sie  auch  schon
ihr  Meisterstück  machen.  Die  Franzosen  gönnten's  den  Deut-Schen
  nicht,  daß  sie  nicht  mehr  so  uneins  wie  chedem  waren,
und  hoben  im  Jahre  1870  einen  gewaltigen  Krieg  an.  Da
prallten  Millionen  von  Streitern  aufeinander,  und  es  gab  viele
Tausende  von  Verwundeten  und  Kranken.  Aber  noch  niemals
Zuvor  sind  von  den  Verwundeten  und  Kranken  im  Verhältnis
so  viele  geheilt  und  dem  Leben  erhalten  worden  wie  in  diesem
gewaltigen  Kriege.  Wie  mancher  Vater,  Bruder  und  Ehemann,
der  lange  im  Lazarett  gelegen  und  dem  Tode  schon  die  Hand
gereicht  hatte,  ist  dennoch  wieder  in  die  Arme  der  Seinen
Zzurückgekehrt  und  erzühlt  vielleicht  seinen  Enkelkindern  noch
heute  von  den  geschickten  Doktoren  und  treuen  Barmherigen
Schwestern.  die  ihn  damals  verpllegten.  Wenn  er  von  ihnen
aber  erzühlt,  dann  soll  er  auch  dies  nicht  zu  sagen  vertgessen:
duß  die  Doktoren  und  Barmhberzigen  Schwestern  ihn  so  trelllich
pllegen  konnten  und  ihm  nichts  fehlte,  was  zum  Krankendienst
  not  ist,  das  war  dem  Roten  Kreuz  und  seiner  Arbeit  zu
danken.  An  der  Spitze  des  Roten  Kreuzes  und  seiner  Arbeit.
aber  hat  mit  unermüdlichem  Eiler  die  Königin  Augusta  gestanden,
  an  25.000  Pfleger  und  Pflegerinnen  bestellt,  die  Frauen
und  Mädchen  im  Reich  zu  Iilfksvereinen  verbunden  und  mit,
ihnen  nicht  weniger  als  56  Millionen  Mark  zur  Unterstützung
der  Krieger  gesammelt.  Sie  hat  sich  ihrer  Landeskinder
rechtschaffen  angenommen  und  wie  eine  richtige  Mutter  der
Kranken  zuerst.  Das  soll  in  ihrer  Krone  der  glünzendste  Edelstein
  bleiben.  Darum  hat  ihr  Kaiser  Wilhelm,  als  er  nach
dem  siegreichen  Kriege  zurückkam,  öffentlich  und  amtlich  dafür
  gedankt:  „Es  drängt  mich,  Ew.  Majestät  auszusprechen,
wie  tief  und  freudlg  mein  Herz  die  liebreiche  Fürsorge  bewegt
hat,  die  der  Armee  nach  dem  Vorgange  und  unter  dem
Schutze  Ew.  Majestät  aus  der  Heimat,  aus  dem  ganzen  deutschen
  Vaterlande  zuteil  geworden  ist.  Mit  Freuden  habe  ich
erkannt,  wie  gerade  durch  diese  Zusammenkfassung  aller  deutschen
  Kräfte  Leistungen  müglich  geworden  sind,  die  jede  Er-