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sein  Angesicht  in  ihren  Schob  und  weinte  und  schluchzte  dazu,
  und  sie  selber  legte  ihm  ihre  Hünde  auf  das  Haupt,  beugte
sich  zu  ihm  hernieder  und  weinte  mit  ihm.  Wer  waren  die
beiden,  und  was  war  ihr  Leid,  das  sie  so  schwer  und  bitter
drückte?

Nlutter  und  Sohn  waren  es,  und  von  dem  Leid,  das  sie
drückte,  wissen  alle  Leute  im  Land,  und  wenn  man  die  größten.
Trübsale  aufzühlen  wollte,  dann  müßten  auch  die  ihrigen  mit.
in  der  Reihe  stehen.  Ihr  prächtiger  Sohn,  auf  dem  ihr  Auge
seit  mehr  als  fünfrig  Jahren  mit  Stolz  geruht  hatte  in  der
Holfnung,  daß  er  einst  ihres  Alters  Freude  und  Trost  wäre  —
elzt  war  er  wirklich  Kaiser  geworden,  Kaiser  Friedrich,  da
sein  alter  Vater  vor  wenigen  Tagen  die  Augen  geschlossen
halte;  aber  er  war  todkrank;  und  als  ein  Sterbender  war  er
aus  dem  warmen  Süden  herbeigeeilt,  die  Regierung  des  Reiches
zu  übernehmen.  Wie  lagen  nun  Stolz  und  Hoffnung  geknickt
und  welkten  in  Trünen  dahin!  Die  Mutter  und  ihr  Sohn  würen
velzweifelt,  wenn  sic  den  nicht  gekannt  hätten,  der  auch  aus
der  bittersten  Wurzel  heilsame  Arzneien  bereitet,  und  der  nie
unsere  Hoffnungen  knickt,  ohne  sie  schöner  erblühen  zu  lassen.

Drei  Monde  danach  hat  Kaiser  Friedrich  den  letzten  Seufzer
  getan,  und  zwei  Jahre  spliter  war  auch  seine  Mutter  entschlummert.
  Sie  starb  am  7.  Januar  1890  —  im  neuen  Deutschen
  Reiche  die  erste  der  Kaiserinnen.

333.  Vom  Fürsten  Bismarck.

Glüchwunsch  Kaiser  Wilhelms  I.  zum  70.  Geburkslage  seines
Kanzters.
Berlin,  1.  April  1885.
Mein  lieber  Fürst!
Wenn  sich  in  dem  deutschen  Lande  und  Volke  das  warme  Verlangen
  zeigt,  Ihmen  bei  der  Feier  Ihres  70.  Geburtstages  zu  betätigen,
  daß  die  Erinnerung  an  alles,  was  Sie  für  die  Größe  des
Vaterlandes  getan  haben,  in  so  vielen  Dankbaren  lebt,  so  ist  es  mir
ein  tiefgefühltes  Bedürfuis,  Ihnen  heute  auszusprechen,  wie  hoch  es
mich  erfreut,  daß  solcher  Zug  des  Dankes  und  der  Verehrung  für