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Wieder  verschidct  er  ein  Geschenk  —  20  Mark  —  an  einen
Grohneffen,  der  auch  Helmut  heißt.  Der  weiß  nicht,  was  er
mit  so  viel  Geld  anfangen  soll,  und  bittet  den  Onkel  um  einen
guten  Rat.  Und  Moltke  schreibt  am  Ende  seiner  Tage:

Mein  lieber  Helmut!

Ich  habe  Dir  das  Geld  geschickt,  damit  Du  beizeiten  lernst,
damit  umzugehen.  Wenn  Du  den  ganzen  Betrag  in  Deinem
Sparkassenbuch  anlegtest,  so  wärest  Du  ein  Geizhalz;  wenn
Du  ihn  in  kurzer  Zeit  verläppertest,  so  wärest  Du  ein  Verschwender.
  Das  Richtige  liegt  in  der  Mitte.  Wenn  einem
Geld  geschenkt  wird  —  später  mußt  Du  es  erst  selbst  erwerben
  —  so  ist  es  gerechtfertigt,  sich  dafür  Annehmlichkeiten  zu
gewähren,  aber  klug,  auch  etwas  für  die  Zukunft  zu  ersparen.
Wie  Du  mit  diesen  zwanzig  Mark  verfährst,  so  wirst  Du  einst
mit  gröberen  Summen  wirtschaften.  Wer  seine  Einnahme  voll
ausgibt,  wird  es  zu  nichts  bringen;  wer  mehr  ausgibt,  wird
ein  Bettler  oder  ein  Schwindler.

Nach  Berlin  wirst  Du  wohl  nicht  kommen  können,  weil
Du  den  Unterricht  versäumen  müßtest;  sonst  sollst  Du  mir
willltommen  sein.  Je  fleißtiger  Du  bist,  um  so  eher  kommst
Du  aus  dem  Zwang  der  Schule.

Mit  herzlichen  Grüßen  von  uns  allen
Dein  Grobßvater.

335.  Albrecht  von  Roon.  Von  Joseph  Freundgen.

Kadettenhause  zu  Kulm  zeigt  man  noch  heute  eine  Gedenktafel,

auf  der  die  Namen  einiger  Zöglinge  der  Anstalt  verzeichnet
sind  mit  der  ehrenden  Beischrift:  „Eiserner  Fleiß  und  strenge  Sittlichkeit
  macht  sie  würdig,  als  Muster  der  Nachahmung  aufgestellt
zu  werden.“  An  erster  Stelle  in  dieser  Namenreihe  ist  der  Unteroffizier
  von  Roon  ausgeführt;  es  ist  derselbe,  der  sich  später  als
Kriegsminister  von  Roon  einen  weltberühmten  Namen  erworben  hat.
Albrecht  von  Roon  war  am  30.  April  1803  auf  dem  Gute
seiner  Eltern  bei  Kolberg  geboren.  Bereits  mit  18  Jahren  wurde