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er  Offizier.  In  seinem  Bildungseifer  betrieb  er  neben  den  militärischen
  Ubungen  auch  wissenschaftliche  Studien,  namentlich  aus  dem
Gebiete  der  Erdkunde.  Als  Lehrer  am  Kadettenhause  zu  Berlin
schrieb  er  auch  ein  Lehrbuch  der  Erdkunde,  das  in  vielen  höheren
Schulen  eingeführt  wurde.  Später  trat  er  in  den  Großen  Generalstab
  ein  und  wurde  zugleich  Lehrer  der  Kriegskunst  und  der  Erdkunde
an  der  Kriegsschule.

Seine  Beobachtungen  hatten  ihn  überzeugt,  daß  das  preußische
Heer  an  großen  Mängeln  leide.  Vom  Prinzregenten,  der  schon
lange  den  Plan  einer  Neuordunng  des  preußischen  Heerwesens  gefaßt
hatte,  erhielt  er  den  Auftrag,  den  Entwurf  einer  Heeresverbesserung
auszuarbeiten.  Mit  rastlosem  Fleiße  ging  er  an  diese  Aufgabe  und
konnte  bereits  nach  wenigen  Wochen  dem  Prinzregenten  seine  Denkschrift
  „Bemerkungen  und  Entwürfe  zur  vaterländischen  Heeresverfassung“
  vorlegen.  Nachdem  Roon  im  Jahre  1859  zum  Kriegsminister
  ernannt  worden  war,  begann  er  mit  der  Umgestaltung  des
Heeres  nach  den  Plänen  und  Weisungen  des  Prinzregenten.  Die
Zahl  der  jährlich  auszuhebenden  Rekruten  wurde  beträchtlich  erhöht,
  so  daß  das  Heer  in  Friedenszeiten  fast  noch  einmal  so  stark
war  als  bisher.  Eine  schnellere  Bereitschaft  des  Heeres  für  den  Fall
des  Krieges  wurde  bis  zu  den  kleinsten  Stücken  vorbereitet.  Durch
die  Einführung  des  Zündnadelgewehres  und  der  Geschütze  aus  Guss
stahl  verbesserte  er  die  Bewaffnung  des  Heeres.  In  den  Verhandlungen,
  die  Roon  mit  dem  Abgeordnetenhause  über  die  Zustimmung
zur  Heeresverbesserung  zu  führen  hatte,  bewährte  er  sich  als  allseitigen
  Kenner  des  Heerwesens  und  als  gewandten,  gedankenvollen
Redner.  Die  Wassentüchtigkeit  und  die  Schlagfertigkeit,  die  das
preußische  Heer  in  den  Kriegen  gegen  Österreich  und  gegen  Frankreich
  so  glänzend  bekundete,  rechtfertigen  das  Wirken  Roons  in  herrlichster
  Weise.  Die  Siege  jener  ruhmreichen  Feldzüge  sind  zum
großen  Teile  das  Werk  Roons.  ·

Nach  dem  Kriege  gegen  Frankreich  wurde  Roon  in  den  Grafenstand
  erhoben  und  zum  Generalfeldmarschall  ernannt.  Im  Jahre
1873  legte  er  sein  Amt  nieder,  da  die  Anstrengungen  der  lehten
Jahre  seine  Gesundheit  erschüttert  hatten.  Er  starb  zu  Berlin  am
23.  Februar  1879.

Diejenigen,  die  Roon  in  seinem  öffentlichen  Wirken  beobachteten,
  priesen  ihn  als  einen  hochbegabten,  willensstarken  und  gerechten