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Dulder,  dessen  herz  für  alles  Große  und  Schöne  schlug,  sind  nur  wenige
  Monate  beschieden  gewesen,  um  auch  auf  dem  Uhrone  die  edeln
Eigenschaften  des  Geistes  und  herzens  zu  betätigen,  welche  Ihm  die
Liebe  Seines  Dolhes  gewonnen  haben.  Der  Augenden,  die  Ihn
schmüchten,  der  Siege,  die  Er  auf  den  Schlachtfeldern  einst  errungen
hat,  wird  dankbar  gedacht  werden,  solange  deutsche  herzen  schlagen,
und  unvergänglicher  Ruhm  wird  Seine  ritterliche  Gestalt  in  der  Geschichte
  des  Vaterlandes  verhlären.

Zuf  den  Thron  Meiner  Väter  berufen,  habe  Ich  die  Regierung
im  Kufblich  zu  dem  Uönige  aller  Könige  übernommen  und  Gott  gelobt,
  nach  dem  Beispiel  Meiner  Däter  Meinem  olke  ein  gerechter
und  milder  Fürst  zu  sein,  Frömmigkeit  und  Gottesfurcht  zu  pflegen,
den  Frieden  zu  schirmen,  die  Wohlfahrt  des  Landes  zu  fördern,  den  Krmen
  und  Bedrängten  ein  helfer,  dem  Rechte  ein  treuer  Wächter  zu  sein.

Wenn  Ich  Gott  um  Kraft  bitte,  diese  höniglichen  Hflichten  zu  erfüllen,
  die  Sein  Wille  Mir  auferlegt,  so  bin  Ich  dabei  von  dem  Vertrauen
  zum  preußischen  Dolke  getragen,  welches  der  Rüchblick  auf
unsere  Geschichte  Mir  gewährt.

In  guten  und  in  bösen  Tagen  hat  Dreußens  Volk  stets  treu  zu
seinem  Könige  gestanden;  auf  diese  Treue,  deren  Band  sich  Meinen
Dätern  gegenüber  in  jeder  schweren  Zeit  und  Gefahr  als  unzerreißbar
bewährt  hat,  zähle  auch  Ich  in  dem  Bewußtsein,  daß  Ich  sie  aus
vollem  herzen  erwidere  als  treuer  Fürst  eines  treuen  Volkes,  beide
gleich  stark  in  der  hingebung  für  das  gemeinsame  Daterland.

Diesem  Bewußtsein  der  egenseitigkeit  der  Liebe,  welche  Mich
mit  Meinem  Volhe  verbindet,  entnehme  Ich  die  Zuversicht,  daß  Gott
Mir  Kraft  und  Weisheit  verleihen  werde,  Meines  königlichen  Kmtes
zum  heile  des  Daterlandes  zu  walten.

Dotsdam,  den  18.  Juni  1888.  Wilhelm.

339.  Wie  unser  Kaiser  über  die  deutsche  Flotte
denkt.  Von  Fedor  von  Köppen.

m  November  1897  wurden  in  der  chinesischen  Provinz  Schantung

zwei  deutsche  katholische  Missionare  von  einer  heidnischen  Volksmenge

  erschlagen,  ein  dritter  entging  mit  Mühe  dem  Tode.  Kaiser

Wilhelm  war  entschlossen,  für  die  Freveltat  volle  Sühne  zu  fordern.