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Er  stellte  strenge  Forderungen  an  die  chinesische  Regierung.  Um  den
Verhandlungen  noch  mehr  Nachdruck  zu  geben  und  die  Macht  und  das
Ansehen  des  Deutschen  Reiches  in  jenen  fernen  Gewässern  nach  Gebühr
  zur  Geltung  zu  bringen,  beschloß  Kaiser  Wilhelm,  seinen  erlauchten
  Bruder,  den  Prinzen  Heinrich  von  Preußen,  mit  einer  Flottendivision
  dorthin  zu  senden.  Der  Kaiser  begab  sich  selbst  nach  Kiel,
um  von  seinem  Bruder  vor  dessen  Abreise  nach  jenem  fernen  Reich
Abschied  zu  nehmen.  Beim  Abschiedsmahl  im  königlichen  Schlosse
zu  Kiel  richtete  der  Kaiser  Worte  an  seinen  Bruder,  die  in  jedem
deutschen  Herzen  begeisterten  Widerhall  gefunden  haben  und  wie  ein
frischer  Morgenwind  durch  die  deutschen  Gaue  gingen.  Der  Kaiser
sprach:  „Mein  lieber  Heinrich!  Als  ich  heute  nach  Kiel  hineinfuhr,
überdachte  ich,  wie  ich  schon  so  oft  mit  Freuden  diese  Stadt  betreten
habe,  sei  es,  um  dem  Sport  obzuliegen,  sei  es,  um  irgendeiner  militärischen
  Unternehmung  an  deiner  Seite  und  auf  meinen  Schiffen
beizuwohnen.  Bei  dem  heutigen  Eintritt  in  die  Stadt  hat  mich  ein
ernstes  Gefühl  bewegt,  denn  ich  bin  mir  vollkommen  bewußt  der
Aufgabe,  die  ich  dir  gestellt  habe,  und  der  Verantwortung,  die  ich
trage.  Ich  bin  mir  aber  zugleich  bewußt,  daß  ich  die  Verpflichtung
habe,  das  auszubauen  und  weiterzuführen,  was  mir  meine  Vorgänger
  hinterlassen  haben.  Die  Fahrt,  die  du  antreten  wirst,  und
die  Aufgabe,  die  du  zu  erfüllen  hast,  bedingen  an  sich  nichts  Neues,
sie  sind  die  natürlichen  Folgen  dessen,  was  mein  hochseliger  Herr
Großvater  und  sein  großer  Kanzler  politisch  gestiftet  und  was  unser
herrlicher  Vater  mit  dem  Schwerte  auf  dem  Schlachtfelde  errungen
hat:  es  ist  weiter  nichts  als  die  erste  Betätigung  des  neugeeinten
und  neuerstandenen  Deutschen  Reiches  in  seinen  überseeischen  Aufgaben.
  Das  Reich  hat  in  der  staunenswerten  Entwicklung  seiner
Handelsinteressen  einen  solchen  Umfang  angenommen,  daß  es  unsere
Pflicht  ist,  der  neuen  deutschen  Hanse  zu  folgen  und  ihr  den  Schutz
angedeihen  zu  lassen,  den  sie  vom  Reich  und  vom  Kaiser  erwarten
kann.  Die  deutschen  Brüder  kirchlichen  Berufs,  die  hinansgezogen
sind  zu  stillem  Wirken,  und  die  sich  nicht  gescheut  haben,  ihr  Leben
einzusetzen  und  unsere  Religion  auf  fremdem  Boden,  bei  fremdem
Volke  heimisch  zu  machen,  haben  sich  unter  meinen  Schutz  gestellt,
und  es  gilt,  diesen  mehrfach  gekränkten  und  auch  oft  bedrängten
Brüdern  für  immer  Heil  und  Schutz  zu  verschaffen.  Deswegen  ist
die  Unternehmung,  die  ich  dir  übertragen  habe,  und  die  du  in  Ge-