—  591  —

meinschaft  mit  den  Kameraden  und  den  Schisfen,  die  bercits  draußen
sind,  zu  erfüllen  haben  wirst,  wesentlich  die  eines  Schutzes  und  nicht
des  Trutzes.  Es  soll  unter  dem  schützenden  Panier  unserer  deutschen
Kriegsflagge  unserm  Handel,  dem  deutschen  Kausmann,  den  deutschen
Schissen  das  Recht  zuteil  werden,  das  wir  beanspruchen  dürfen,  das
gleiche  Recht,  das  von  Fremden  allen  Nationen  gegenüber  zugestanden
  wird.  Neu  ist  auch  unser  Handel  nicht;  war  doch  die  Hause  in
alten  Zeiten  eine  der  gewaltigsten  Unternehmungen,  die  je  die  Welt
gesehen,  und  es  vermochten  einst  die  deutschen  Städte  Flotten  aufzustellen,
  wie  sie  bis  dahin  der  breite  Meeresrücken  wohl  kaum  getragen
hatte.  Sie  verfiel  aber  und  mußte  verfallen,  weil  die  eine  Bedingung
sfehlte,  nämlich  die  des  kaiserlichen  Schutes.  Jetzt  ist  das  anders
geworden,  die  erste  Vorbedingung:  das  Deutsche  Reich  ist  geschaffen,
die  zweite  Vorbedingung:  der  deutsche  Handel  blüht  und  entwickelt
sich,  und  er  kann  sich  nur  gedeihlich  und  sicher  entwickeln,  wenn  er
sich  unter  der  Reichsgewalt  sicher  fühlt.  Reichsgewalt  bedeutet
Seegewalt,  und  Seegewalt  und  Reichsgewalt  bedingen  sich  gegenseitig,
  so  daß  die  eine  ohne  die  andere  nicht  bestehen  kann.  Als
ein  Zeichen  der  Reichs=  und  Seegewalt  wird  nun  das  durch  deine
Division  verstärkte  Geschwader  aufzutreten  haben,  mit  allen  Kameraden
  der  fremden  Flotten  draußen  im  innigen  Verkehr  und  guter
Freundschaft,  zu  festem  Schutz  der  heimischen  Interessen  gegen  jeden,
der  den  Deutschen  zu  nahe  treten  will.  Das  ist  dein  Beruf  und
deine  Aufgabe.  Möge  einem  jeden  Europäer  draußen,  dem  deutschen
  Kaufmann  draußen  und  vor  allen  Dingen  dem  Fremden
draußen,  auf  dessen  Boden  wir  sind,  oder  mit  dem  wir  zu  tun
haben  werden,  klar  sein,  daß  der  deutsche  Michel  seinen  mit  dem
Reichsadler  geschmückten  Schild  fest  auf  den  Boden  gestellt  hat,  um
dem,  der  ihn  um  Schutz  angeht,  ein  für  allemal  diesen  Schutz  zu
gewähren;  mögen  unsere  Landsleute  draußen  die  feste  Überzeugung
haben,  seien  sie  Priester,  oder  seien  sie  Kaufleute,  oder  welchem  Gewerbe
  sie  obliegen,  daß  der  Schutz  des  Deutschen  Reiches,  bedingt
durch  die  kaiserlichen  Schisfe,  ihnen  nachhaltig  gewährt  werden  wird.
Sollte  es  aber  je  irgendeiner  unternehmen,  uns  in  unserm  Recht
kränken  oder  schädigen  zu  wollen,  dann  fahre  darein  mit  gepanzerter
  Faust!  Und  so  Gott  will,  flicht  dir  den  Lorbeer  um  deine  junge
Stirn,  den  niemand  im  ganzen  Deutschen  Reiche  dir  neiden  wird.
In  der  festen  lberzeugung,  daß  du  nach  guten  Vorbildern  handelnd