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—  Vorbilder  sind  Gott  sei  Dank  in  unserm  Hause  genügend  vorhanden
  —  meinen  Gedanken  und  Wunschen  entsprechen  wirst,  erhebe
  ich  mein  Glas  und  trinke  es  auf  dein  Wohl  mit  dem  Wunsche
für  eine  glückliche  Fahrt,  für  eine  gute  Ausrichtung  deiner  Aufgabe
  und  für  eine  glückliche  Heimkehr.  Seine  Königliche  Hoheit,
der  Prinz  Heinrich  lebe,  hurral  hurra!"“

340.  Das  Gefecht  am  Waterberg.
11.  August  1904.  Von  Gustav  Freussen.

eter  Moor,  der  den  Feldzug  in  Deutsch-Südwestafrika  mitgemacht
hat,  schildert  das  Gefecht  folgendermaßen:

Es  war  Mitternacht,  als  wir  weiter  vorrückten,  dem  Feinde
zu.  Es  wurde  gesagt,  daß  unsere  Abteilung  etwa  gegen  Morgen
auf  den  Feind  stoßen  würde.

Voran  ritten  als  Kundschafter  die  Witbois.  Dann  kam  unsere
Kompanie.  Ein  Teil  von  ihr  war  abgesessen  und  suchte  zur  Seite
des  Weges  im  Busch  vorwärts  zu  kommen;  der  andere  Teitl  ritt  noch
auf  dem  Wege.  Ich  ritt  im  dritten  Zug.  Hinter  uns,  dicht  aufgeschlossen,
  fuhr  die  Artillerie.  Wir  marschierten  möglichst  lautlos;
aber  es  gab  doch  allerlei  Lärm:  Schnauben  der  Pferde,  Stoßen  der
Räder,  einen  ungeduldigen,  zornigen  Ruf,  einen  Peitschenhieb.  Mich
fror  heftig  im  Sattel.  Damit  ich  nachher,  wenn  ich  schießen  sollte,
nicht  steife  Finger  hätte,  legte  ich  die  Zügel  über  den  Patronengurt
und  steckte  die  Hände  in  die  Taschen.

Endlich  graute  der  Morgen.

Nun  sollten  wir  nach  Aussagen  unserer  Patrouillen  den  Feind
erreichen.  Aber  er  war  nicht  da.  Da  dachte  ich  mit  vielen  andern,
daß  es  nichts  werden  würde,  und  ärgerte  mich  sehr.  Doch  hörten
wir  bald  darauf  von  rechts  herüber  Kanonendonner.  Es  wurde
acht;  es  wurde  neun.  Der  Busch  wurde  so  eng,  daß  die  Ausgeschwärmten
  nicht  weiter  konnten.  Sie  kamen  heraus  und  zogen  sich
auf  dem  Wege  zusammen.  Die  Sonne  stieg  und  stieg;  es  wurde  ein
heißer  Tag.  Ein  Leutnant  ritt  an  meiner  Seite  vorüber  und  sagte
mit  gedämpfter  Stimme:  „Wir  sind  keine  drei  Kilometer  von  den
Wasserlöchern.“  Er  hatte  in  den  letzten  Tagen  mehrmals  eine  gefährliche
  Patrouille  bis  in  diese  Gegend  geritten  und  kannte  jeden  Busch.

Da  fiel  vorn  der  erste  Schuß.

Wir  waren  mit  raschem  Schwung  aus  dem  Sattel;  die  Zügel
flogen  über  den  Pferdehals;  die  Pferdehalter  grissen  zu.  Unsere