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klang  es  heiser  und  höhnisch  nachäffend:  „Langsamer  feuern!“  Ein
Verwundeter  rief  laut  und  ängstlich  nach  Wasser.

Wir  lagen,  Gewehr  im  Anschlag,  und  warteten.  Von  rechts
her  ging  es  von  Mund  zu  Mund:  „Der  Hauptmann  ist  tot.  Der
Oberleutnant  auch.  Alle  Offiziere  —  und  fast  alle  Unteroffiziere.“
Ich  nahm  mit  der  linken  Hand  meine  Feldflasche,  während  ich  das
Gewehr  aufliegen  ließ,  und  nahm  den  kleinen  Schluck,  den  ich  für
bie  höchste  Not  aufgespart  hatte.  Als  ich  die  Flasche  absetzte,  dachte
ich,  daß  dies  viellcicht  mein  letzter  Trunk  gewesen  wäre,  und  dachte
auch  an  meine  Eltern.  Ich  meinte,  daß  der  Feind  ein  wenig  Luft
holen  und  gleich  im  Sturm  vordringen  würde.

Aber  es  geschah  nichts.

Da  kam  ein  Oberleutnant,  der  zum  Stabe  gehörte,  geduckt
unsere  Reihe  entlang.  Als  er  hinter  mir  war,  kniete  er  da,  tippte
auf  meinen  Stiefel  und  sagte:  „Gehen  Sie  zum  General  und  melden
Sie,  daß  wir  nach  meiner  Schätzung  etwa  ein  Kilometer  von  den
Wasserlöchern  entfernt  sind."

Ich  hob  mich  vorsichtig  in  die  Kuie  und  lief  gebückt  zurück
und  kam  auf  den  Weg.  An  einem  Termitenhaufen,  der  wohl  drei
Meter  hoch  war,  mühten  sich  ein  Arzt  und  ein  Lazarettgehilfe,  einen
Verwundeten  vor  dem  Verbluten  zu  schützen;  ich  glaube  aber,  daß
sie  zu  spät  kamen:  er  lag  wie  ein  Toter  auf  seiner  dunkeln  roten
Decke.  Dann  sah  ich  den  Ballon  nicht  weit  von  mir.  Ich  rannte
darauf  zu  über  die  Lichtung.

Die  Ochsen,  in  langen  Reihen  und  in  Geschirren  vor  ihren
Wagen,  hoben  die  offenen  Mäuler,  witterten  lechzend  die  Wasserlöcher
  und  brüllten  heiser.  Die  Kameraden  an  den  Pferden  und  die
bei  den  Wagen  riefen  mich  mit  trockener  Stimme  an:  „Macht  doch
vorwärts,  ihr  Kerls  da  vorne!  Sind  wir  bald  beim  Wasser?  Geht
es  vorwärts?"“  Sie  sahen  mich  aus  tiefen,  trockenen  Augen  an.
Die  Pferdehalter  hatten  ihre  Mühe  mit  den  verdurstenden  Tieren,
die  in  dichten  Haufen  standen,  von  Insekten  dicht  umschwärmt  und
gepeinigt.  Die  Sonne  glühte  herab.  Eine  dicke,  schrecklich  dürre
Staubluft  lag  über  dem  ganzen  Lager.  4

Vor  einem  Lazarettwagen  standen  in  weißen  Mänteln  die  Arzte
um  einen  Tisch,  auf  dem  einer  lag.  Ich  wunderte  mich,  wie  viele
da  schon  im  Schatten  des  Wagens  lagen;  fünf  oder  sechs  davon  tot,
darunter  unser  Hauptmann.  Ein  Verwundeter,  ich  glaube,  es  war
ein  Leutnant,  tränkte  mit  seiner  gesunden  Hand  die  Schwerverwundeten;
  der  andere  Arm  blutete  ihm  sehr.

Im  nächsten  Angenblick,  da  ich  mich  schon  umgewandt  hatte,
um  nach  vorn  an  die  Front  zu  laufen,  kam  von  hinten  her,  von