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mals;  überallhin,  auf  Jagden  und  in  die  Manöver,  nach  Wilhelmshöhe
  und  Homburg,  ja  selbst  hinauf  in  die  einsamen  Fjorde  des
Nordlands  begleiten  ihn  die  Vortragenden  Räte,  bringen  ihm  die
Feldiäger  die  gefüllten  Arbeitsmappen.  Hingegen  gibt  es  auch
Tage  und  Wochen,  wo  die  Arbeit  lawinenartig  anwächst,  wo  jede
Minute  ausgekauft  werden  muß  und  die  Erholungszeit  sich  noch
beschränkt,  wo  die  Lampe  auf  dem  Arbeitstische  des  Kaisers  bis  in
die  Nacht  hinein  brennt,  und  wo  das  Papier  und  der  Bleistift,  die
stets  neben  dem  Bette  des  Monarchen  liegen,  noch  zu  Hilfe  genommen
  werden.

Der  Abend  senkt  sich  leise  herab  aufs  Kaiserschloß;  die  Purpurstandarte
  wird  eingezogen.  Heute  geht  der  kaiserliche  Herr  in  kein
Kasino  und  kein  Theater;  er  will,  wie  er  es  am  liebsten  tut,  im
anregenden  Kreise  einiger  Gäste  im  eigenen  Heim  den  Abend
zubringen.  Wie  der  Kaiser  stundenlang  einsam  auf  der  Kommandobrücke
  seiner  Jacht  Hohenzollern  stehen  kann,  über  sich  den  stillen
Himmel  und  unter  sich  die  wogende  See,  so  kann  er  ebenso  stundenlang
  unermüdlich  ausharren  bei  seinen  Fahrtgenossen  als  der
anregendste  Erzähler  und  der  aufmerksamste  Zuhörer.  Zur  Abendgesellschaft
  werden  Männer  befohlen,  die  in  früheren  Jahren  dem
Pofstaat  der  Majestäten  angehörten,  oder  die  den  Kaiser  auf  seinen
Nordlandreisen  begleitet  haben;  bald  sind  es  Männer  der  Wissenschaft,
  bald  Vertreter  der  Kunst,  die  mit  Einladungen  beehrt  werden;
doch  siets  herrscht  bei  den  Einladungen  ein  leitender  Gesichtspunkt.

Nun  bricht  die  Nacht  an.  Still  wird  es  im  alten  Königsschlosse;
  man  hört  nur  noch  die  auf  und  nieder  schreitenden  Wachen.
Das  Königshaus  schläst,  um  mit  neuer  Krast  zu  neuer  Arbeit  für
Volk  und  Vaterland  zu  erwachen.

342.  Erlaß  Kaiser  Wilhelms  II.  vom  17.  No-Vember
  1906.

Der  heutige  Tag,  an  welchem  vor  25  Jahren  der  in  Gott

ruhende  Kaiser  und  König  Wilhelm  der  Große  Seine  unvergeßliche
  Botschaft  erließ,  gibt  Mir  willkommenen  Anlaß,  mit
dem  deutschen  Volke  in  ehrfurchtsvoller  Dankbarkeit  dieses
Friedenswerkes  zu  gedenken,  durch  welches  Mein  erlauchter
Ahnherr  zum  Schutze  der  wirtschaftlich  Schwachen  der  Gesetzgebung
  neue  Bahnen  wies.