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Oder  irgendeinem  Reichsaugehörigen  ist  im  Ausland  eine  Unbill
zugefügt.  daun  tritt  das  Auswärtige  Amt  für  ihn  ein.

ur  Vertretung  aller  deutschen  Interessen  im  Auslande  unterhält
  das  Reich  in  den  fremden  Staaten  dauernd  kaiserliche  Beamte,
die  auch  dem  Auswärtigen  Amt  unterstehen.  In  allen  Staaten  genießen
  diese  Vertreter  Deutschlands  besondere  Vorrechte;  sie  stehen
z.  B.  nicht  unter  der  Gerichtsbarkeit  des  betreffenden  Landes,  und
ihre  Wohnungen  gelten  als  unverletzlich,  ja  als  Stück  des  Deutschen
Reiches.  So  kann  man  z.  B.,  wenn  man  in  dem  schönen  Botschafterpalast
  in  Rom  steht,  sagen,  man  befinde  sich  mitten  in  Italien  und
doch  auf  deutschem  Boden.  Genau  so  werden  die  Vertreter  fremder
Staaten  in  Deutschland  behandelt.  Außer  diesen  diplomatischen
Vertretern  aber  unterhält  das  Reich  in  allen  bedeutenden  Orten  des
Auslandes  noch  andere  Beamte,  die  besonders  die  Angelegenheiten
des  Handels,  der  Industrie  und  der  Schiffahrt  pflegen  und  fördern
sollen;  das  sind  die  Konsuln.  Sie  schützen  aber  nicht  nur  die  Kaufleute
  und  den  Handel,  sondern  haben  auch  die  Rechte  aller  Reichsangehörigen
  wahrzunehmen,  die  in  dem  fremden  Lande  wohnen.

345.  Krankengeld  und  Unfallrente.

Von  Gustav  Westfal.

Der  Schlosser  Karl  Klein  kam  eines  Morgens  von  der  Arbeit  krank
nach  Hause.  Er  hatte  sich  einen  Krankenschein  geben  lassen
und  war  zum  Arzt  gegangen.  „Jnfluenza“,  sagte  der;  „Sie  müssen
einige  Tage  zu  Hause  bleiben;  ich  komme  morgen  zu  Ihnen.“  Klein
hielt  die  Krankheit  aber  nicht  für  so  schlimm  und  suchte  nachmittags
einen  Freund  auf,  um  etwas  mit  ihm  zu  besprechen.  Es  war  ein
kalter  Tag  mit  scharfem  Ostwind.  Als  Klein  nach  Hause  kam,
schüttelte  er  sich  vor  Frost.  Seine  Frau  gab  ihm  eine  Tasse  heißen
Tee  zu  trinken,  worauf  er  sich  ins  Bett  legte.  Am  andern  Morgen
konnte  er  vor  Schmerzen  nicht  aufstehen.  Nachmittags  kam  der
Arzt,  untersuchte  den  Kranken,  verschrieb  eine  Arznei  und  sagte:
„Es  ist  eine  Lungenentzündung;  ich  werde  morgen  nochmal  vorjprechen.“


Kleins  Befinden  wurde  immer  schlechter.  Vom  vierten  Tage
an  kam  der  Arzt  täglich  zweimal.  Ein  Barmherziger  Bruder  und
Frau  Klein  teilten  sich  in  die  Tag=  und  Nachtwachen.  —  Am  neunten
  Tage  trat  die  Krisis  ein.  Klein  überwand  sie,  mußte  jedoch  noch
sieben  Wochen  zu  Bett  liegen.  Langsam,  ganz  langsam  kam  er