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wieder  zu  Kräften,  unb  erst  nach  weiteren  drei  Wochen  durfte  er
das  Zimmer  verlassen.

Auf  die  4  M  Lohn,  die  Klein  sonst  verdiente,  hatte  er  während
der  Krankheit  allerdings  verzichten  müssen.  Dafür  bekam  er  aber
vom  dritten  Tage  der  Krankheit  an  2,30  Krankengeld  für  den
Tag,  außerdem  freie  Arznei;  auch  die  Besuche  des  Arztes  kosteten
nichts.  Früher  hatten  Klein  und  seine  Frau  manchmal  gemurrt,
wenn  Samstags  auf  der  Lohntüte  stand:  „Abzug  für  die  Krankenkasse
  61  96#  Jetzt  spürten  sie,  welchen  Segen  die  Versicherung
für  sie  bedentete.  Die  Familie  wäre  ohne  sie  in  große  Not  geraten.
  —  Als  Klein  bei  den  Barmherzigen  Brüdern  anfragte,  was
er  für  die  Nachtwachen  des  Bruders  zu  bezahlen  hätte,  sagten  sie:
„Nichts.  Wenn  Sie  etwas  geben  wollen,  dann  schenken  Sie  es
einer  Wohltätigkeitsanstalt.“  Also  auch  da  alles  frei!

Ungefähr  ein  halbes  Jahr  später  erlitt  der  Vater  Kleins  in
der  Fabrik  einen  Unfall;  der  rechte  Arm  wurde  ihm  zerquetscht
und  mußte  abgenommen  werden.  Der  Verunglückte  lag  lange  Zeit
im  Krankenhanse.  Auch  bei  dieser  Gelegenheit  zeigte  sich  der  Nutzen
der  Versicherung.  13  Wochen  erhielt  der  Vater  Krankengeld  aus
der  Krankenkasse  und  dann  von  der  14.  bis  zur  26.  Woche  denselben
  Betrag  von  der  Unfallberufsgenossenschaft.  Er  wurde  zwar
wieder  gesund,  war  aber  zur  weiteren  Arbeit  in  der  Fabrik  unfähig,
weil  er  den  rechten  Arm  verloren  hatte.  Dafür  bekommt  er  jährlich
675  .∆  Unfallrente.  Und  dabei  hat  er  zu  den  Kosten  der  Unfallversicherung
  keinen  Pfennig  beizutragen  brauchen.

540.  Um  1,60  Mark.  von  mox  schön.

Es  ist  Dormittag.  Fast  unaufhörlich  strömen  Leute  durch  das  Tor

in  das  Innere  eines  großen  Gebäudes,  jeder  ein  Daket  mit  Karten
  in  der  Hand.  Zuf  einem  langen  Flur,  dessen  Wand  eine  Tafel
mit  der  Zufschrift:  „Sum  Bureau  für  Invalidenwersicherung“  trägt,
machen  sie  halt.  hier  sitzen  schon  die  früher  Eingetroffenen  auf  Bänken
  und  Stühlen  und  warten  auf  ihre  Rbfertigung.

Unter  all  den  harrenden,  denen  Klter  oder  Krankheit,  Sorgen
und  Entbehrungen  den  Stempel  aufgedrückt  haben,  fällt  ein  Mann
im  besten  Lebensalter  auf;  sein  Rußeres  läßt  darauf  schließen,  daß  er
einst  bessere  Tage  gesehen  hat.  Kaum  sechs  Jahre  ist  es  her,  da
schlossen  er  und  seine  Maria,  die  als  Derkäuferin  drei  Jahre  lang