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lose  Kur  und  voraussichtlich  auch  Besserung  ihres  Ceidens  verschaffen;
wie  Ihre  Sachen  aber  liegen,  wird  die  Dersicherungsanstalt  aller  Wahrscheinlichkeit
  nach  jedes  Heilverfahren  ablehnen."

Damit  war  Kirchhoff  entlassen.  Der  letzten  hoffnung  beraubt,
wankte  er  nach  hause.  Zum  Krmenvorsteher  zu  gehen,  war  das  einzige,
  was  ihm  blieb.  Und  weshalb?  Wie  sagte  der  Beamte?  Um
1,60  Mark  jährlich,  die  er  zu  zahlen  unterlassen  hatte.

347.  Die  Kur  in  der  Heilstätte.  von  Max  Schön.

utter  Thiemes  hatte  wieder  einmal  ihr  schweres  Tagewerk

als  Waschfrau  hinter  sich.  Als  ihr  Frau  Burkhardt  den
Lohn  auszahlte,  bemerkte  sie  Tränen  in  den  Augen  der  alten
Frau.  „ISt  Ihr  Fritz  wieder  kränker  geworden?“  fragte  sie  teilnehmend.
  Doch  die  Angeredete  schüttelte  den  Kopf.  „Das
nicht,  Frau  Burkhardt.  Aber  heule  sind'’s  gerade  zehn  Jahre.
da  habe  ich  meinen  lieben  Mann  begraben  müssen,  und  da
kommen  all  die  trüben  Erinnerungen  wieder.  Er  war  lungenkrank,
  und  wie  ich  ihn  auch  gepllegt  habe,  es  reichte  doch
nicht  bei  unsern  paar  Groschen.  Schon  der  Doktor  war  teuer
und  dann  erst  alle  Stürkungsmitiel,  die  so  ein  armer  Kranker
braucht.  Da  ist  er  denn  trotz  aller  Pflege  von  einem  zum  andern
  Tage  immer  schwächer  geworden  und  endlich  sanft  eingeschlaken.
  Damals  war  mein  Fritz,  unser  Junge,  mit  seinen
elf  Jahren  mein  ganzer  Trost  und  meine  Hoffnung  fürs  Alter.
Und  so  brav  war  er  und  so  fleihig,  und  als  er  endlich  ausgelornt
  hatte,  da  prachte  er  mir  immer  seinen  ganzen  Wochenlohn.
  Nun  bekam  er  im  Herbst  die  Inllucnza,  liegt  schon  fünf
Nonate,  und  keine  Besserung  ist  abzuschen.  Es  wird  ihm  wohl
auch  nicht  anders  gehen  als  seinem  Valer,  und  dann  stche  ich
ganz  allein  auf  der  Welt  ohne  Stütze  und  ohne  Trost.“  Tränen
erstickten  ihre  Stimme.

„Sie  müssen  nicht  gleich  das  Schlimmste  befürchten,  Frau
Thlemes“,  tröstete  Frau  Burkhardt;  „Ihr  Fritz  ist  ja  noch
jung,  er  wird  schon  wieder  gesund  werden!  Aber  das  war
nur  ein  schwacher  Trost  für  die  arme  Frau.  Betrübt  machte
Autter  Thiemes  sich  auf  den  Heimweg.  Zu  Hause  traf  sie  den

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