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hegt  und  gepflegt.  Wenn  die  licbe  Sonnc  scheine,  werde  er
auf  einen  langen  Balkon  getragen.  Dort  in  offener  Halle  ruhe
er,  warm  eingepackt,  auf  einem  beduemen  Liegestuhl,  lasse
sich  von  der  Sonne  bescheinen  und  atme  den  würzigen,  stäürkenden
  Duft  der  Tannen  ein,  die  das  Sanatorium  von  allen
Seiten  umgeben.  Multer  Thiemcs  lebte  ordentlich  mit  ihrem
Fritz  wiedor  auf,  und  als  sie  auch  noch  die  Nachricht  erhielt,
daß  man  ihr  wöchentlich  drei  Mark  Unterstützung  zahle,  solange
sich  Fritz,  ihr  einziger  Ernährer,  in  der  licilstätte  befinde,  war
ihre  Freude  doppelt  groß.  —  Fritz  schrieb  nun  jede  Woche,
und  mit  jedem  Brief  stieg  seine  Holfnung.  Einmal  meldete
er.  daß  er  schon  fünf  Pfund  am  Körpergewicht  zugenommen
habe:  dann  war  er  zum  ersten  Spaziergang  in  den  nahen  Wald
gegangen,  und  nur  sein  Mütterchen  und  seine  Heimat  fehlten
ihm.  Aber  noch  lange,  lange  währte  es,  bis  er  an  die  Heimfahrt
  denken  durfte.  Endlich,  nach  mehr  als  drei  Monaten,
konnte  er  nach  Hause  schreiben,  daß  er  am  nächsten  Montag
entlassen  werde.  Allerdings  müsse  er  sich  noch  sechs  Wochen
schonen.  Für  die  sechs  Wochen  erhalte  er  noch  Krankengeld,
und  dann  könne  er  seine  Arbeit  wieder  aufnehmen,  wonach  er
sich  auch  schon  schne.

War  das  eine  Freude  beim  Wiedersehen  auf  dem  Bahnhof!
Fast  hätte  Mutter  Thlemes  ihren  Frltz  nicht  wiedererkannt,  so
rund  und  kräftig  war  er  geworden;  und  so  rote  Backen  hatte
er  bekommen,  wie  er  nie  zuvor  gehabt.  Und  immer  wieder
fragte  sie  ihn,  und  immer  wieder  mußte  er  von  seinen  Erlebnissen
  in  der  langen  Zeit  seiner  Abwesenheit  erzählen.

Am  nächsten  Morgen  gingen  Mutter  und  Sohn  zu  Doktor
Neumann,  um  ihm  für  seine  Bemühungen  zu  danken.  Der
aber  wehrte  jeden  Dank  ab.  „Dunken  Sie  dem  Schöpler  jener
segensreichen  Einrichtung,  der  Invalidenversicherung.  —  8ie,
junger  Freund,  können  sich  ja  leicht  ausrechnen,  was  Sie  der
Versicherung  verdanken.  Wus  Sie  selbst  an  Beiträgen  in  Ihren
fünf  Klebekarten  gezahlt  haben,  macht  noch  nicht  30  Mark  aus;
Ihre  Kur  hat  sicher  mehr  als  500  Mark  gekostet;  dann  hat  Ihre
Mutter  Unterstützung  erhalten,  und  Sie  bekommen  noch  eine
Reihe  von  Wochen  Krankengeld;  also  eine  Gegenleistung  von
fast  600  Mark  für  30  Mark!  Sollte  in  Ibrem  späteren  Leben