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seder  unter  ihnen  gleich  notwendig.  Es  gibt  in  diesem  Falle  kein
erstes,  zweites  und  drittes  —  keinen  Vorzug.  Sie  sind  alle  drei
voll=  und  gleichberechtigte  Glieder  des  Dreibundes,  der  die  gewerbtreibende
  Welt  beherrscht.

In  unserer  Zeit  sind  Kapital,  Geschäftstüchtigkeit  und  Arbeit
die  Beine  eines  dreibeinigen  Stuhles.  Solange  die  drei  Beine  gesund
  und  fest  stehen,  steht  auch  der  Stuhl  fest.  Sobald  aber  eins
dieser  drei  Beine  schwach  und  gebrechlich  wird,  zusammenstürzt  oder
gar  verschwindet,  bricht  auch  der  Stuhl  zusammen,  und  solange  das
fehlende  Bein  nicht  wiederhergestellt  ist,  bleibt  der  Stuhl  ebenfalls
unbrauchbar.  Aus  dlesem  Grunde  befindet  sich  auch  der  Kapitalist,
dem  Kapital  wichtiger  dünkt  als  eins  der  andern  Beine,  ganz  und
gar  im  Irrtum.  Die  Unterstützung  der  beiden  andern  Beine,  genannt
  Geschäftstüchtigkeit  und  Arbeit,  bleibt  für  ihn  unumgänglich.
Ohne  diese  beiden,  ja  selbst  ohne  eins  der  beiden  fällt  der  Stuhl  um.

„Geschäftliche  Tüchtigkeit“  irrt,  wenn  sie  glaubt,  ihr  Bein  sei
das  wichtigste.  Ohne  die  beiden  andern,  Kapital  und  Arbeit,  ist  das
Bein  „Geschäftstüchtigkeit“  nutzlos.

Zu  guter  Letzt  wollen  wir  nicht  vergessen,  daß  auch  „Arbeit"“
irrt,  und  zwar  sehr  stark,  wenn  sie  größere  Wichtigkeit  für  sich  beansprucht
  als  jedes  der  beiden  andern  Beine.  Eine  solche  Anschauung
  ist  oft  genug  die  Quelle  betrübender  Mißverständnisse  gewesen.

Alle  drei  sind  voll=  und  gleichberechtigte  Glieder  desselben  großen
  Ganzen.  Wereinzelt  schaffen  sie  wenig,  vereint  aber  können  sie
Wunder  wirken.  Daher  haben  sie  auch,  obgleich  unglüchliche  Streitfragen
  zeitweise  zwischen  ihnen  auftauchten,  das  neue  Jahrhundert
zum  wohltätigsten  für  die  Menschheit  gemacht.

Kapital,  Eeschäftstüchtigkeit  und  Arbeit  müssen  vereint  sein.
Wer  aber  versucht,  Zwietracht  zwischen  ihnen  zu  säen,  der  ist  ein
Feind  aller  drei.

352.  Der  9.  August  1909  in  Cleve.
Von  Werner  Altstadt.

Dreeihundert  Jahre  sind  vergangen,  seit  der  Zollernaar  seine  Schwingen

  über  das  alte  Herzogtum  am  Niederrhein  ausbreitete.  Unter
seinem  Schutze  haben  Stadt  und  Land  ihre  Kräfte  entfaltet  und
—  wenige  Kriegsjahre  und  Jahre  der  Fremdherrschaft  abgerechnet
  —  sich  eines  segensvollen  Friedens  und  einer  wahrhaft  landesväterlichen
  Fürsorge  erfreut.  Aus  tiefster  Seele  strömte  daher  die