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353.  Der  Kaiser  am  Rhein.  vVon  Ute  Muellenbach.

eut'  war  der  Kaiser  bei  uns  am  Rhein;

Wir  sahen  ihn  reiten  im  Sonnenschein,
Meinc  kleinen  drei  Buben  und  ich.
Uns  grüßte  sein  Auge  mit  leuchtendem  Strahl,

5  Wir  schwenkten  mit  Tüchern  und  Blumen  zumal,

Meine  kleinen  drei  Buben  und  ich.
Uns  wurden  vor  Freuden  die  Herzen  weit
Bei  des  Kaisers  leuchtender  Herrlichkeit.  —

Nun  schwand  der  Tag.  —  Im  Dämmerschein
10  Tret'  ich  leis  noch  einmal  bei  den  Kindern  ein.
Sie  schlummern,  die  Bãckchen  rosig  und  warm.
Der  eine  hält  das  Gewehr  im  Arm  ;
Auf  dem  Kissen,  das  frisch  bezogen  ist,
Steht  mit  Blaustift:  „Reitender  Polizist.“
15  Der  zweite  hat  den  Säbel  zur  Hand  —
Kannst  ruhig  sein,  lieb  Vaterland!  —
„Ich  werde  Generalfeldmarschalll“
Rief  der  jüngste  laut  in  dem  Jubel  all;
Nun  liegt  er  so  selig  müde  da  —
20  Doch  im  Traum  noch  Hüstern  die  Lippen:  „Hurrals

Im  schweigenden  Garten  saß  ich  noch  lang,
Nir  war  um  Deutschlands  Zukunft  nicht  bang.
Viel  tausend  Söhne,  den  meinen  gleich,
Träumen  noch  stolz  von  Kaiser  und  Reich

25  Wie  meine  drei  Buben  und  ich.