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Die  zweite  Ursache  aber  liegt  in  dem  großen  Irrthume,  den  so  außerordentlich
  viele  theilen:  unser  jetziges  einheitliches  Geld,  also  die  Beseitigung
des  friheren  deutschen  Münzwirrwars  mit  seinen  zahllosen  Belästigungen
und  Verlusten  sei  lediglich  eine  Folge  der  Goldwährung,  ohne  dieselbe  sei
die  Ab  tellung  der  früheren,  aus  der  Vielstaaterei  entsprungenen  Mißstände
in  unserem  Geldwesen  gar  nicht  möglich  gewesen.  Alle  diejenigen,  welche
dieser  zanz  irrigen  Meinung  sind,  mögen  sich  sagen  lassen,  daß  wir  bis
jetzt  di  reine  Goldwährung  nur  auf  dem  Papiere,  nicht  aber  in  der  Wirklichkeit
  haben,  denn  bezüglich  der  noch  vorhandenen  350  bis  400  Mill.  M.
Silber  haler  besteht  faktisch  um  deswillen  die  Doppelwährung,  weil
diese  C  eldstücke  geradeso  wie  die  Goldmünzen  bei  allen  Zahlungen,  selbst  bis
zu  den  höchsten  Beträgen,  zu  ihrem  Neunwerthe  angenommen  werden  müssen.
Wenn  daher,  wie  ohnlängst  in  den  Zeitungen  zu  lesen  war,  sich  3  Gewerbev
  reine  für  die  Goldwährung,  3  für  die  Doppelwährung  und  20  für
Beibeh  ltung  des  jetzigen  Zustandes  ausgesprocheu  haben,  so  haben  diese
letzteren  sich  ebenso  gut  für  die  Doppelwährung  erklärt,  wie  die  3  Vereine,
welche  dies  vernünftiger  Weise  rundweg  aussprachen;  deun  diese  verlangten
damit  soeiter  garnichts,  als  daß  nicht  nur  die  Silberthaler,  sondern  auch  die
Ein-,  Zwei=  und  Fünfmarkstücke  in  Zukunft  bei  allen  Zahlungen  bis  zu  den
höchstei  Beträgen  angenommen  werden  sollen,  und  daß  mehr  Silbergeld,
als  es  zur  Zeit  geschieht,  zu  prägen  sei.  Darüber  darf  sich  also  jedermann
vollstär  dig  beruhigen:  durch  die  unausbleibliche  Einführung  der  Doppelwährung
  wird  an  der  gegenwärtigen  Einheit  unseres  Geldes,  an  Gestalt,
Einthe  lung  und  Benennung  unserer  Münzen  durchaus  nicht  „gerüttelt“;
es  bleidt  in  dieser  Beziehung,  wenn  man  nicht  etwa  des  Decimalsystems
wegen  die  Thaler  in  Fünfmarkstücke  umprägen  läßt,  alles  wie  es  ist.  Die
Doppe  währung  wird  sich  im  Binnenverkehre  nur  dadurch  bemerklich  machen,
daß  w  eder  mehr  Silber=  und  weniger  Goldmünzen  in  den  Umlauf  kommen.
Daß  cz  uns  aber  im  Binnenverkehr  an  Silbermünzen  fehlt,  das  empfindet
doch  wohl  jeder.

Sich  ein  zutreffendes  Urtheil  in  der  Währungsfrage  zu  bilden,  das  ist
ohne  k  are  und  richtige  volkswirthschaftliche  Begriffe  vom  Wesen
und  Zweck  des  Geldes  ein  Ding  der  reinsten  Unmöglichkeit;  aber  diese
richtigen  Begriffe  vom  Geld  lassen  sich  hinwiederum  ohne  richtige  Begriffe
von  dir  Entstehung  und  dem  Wesen  des  Werthes  und  Preises  nicht  erwerben.
  Der  Verfasser  hat  deshalb  bereits  im  vorigen  Jahre  eine  Broschüre
unter  dem  Titel:  „Die  Goldwährung,  eine  für  jeden  unterrichteten
Geschä'tsmann  verständliche  Belehrung  über  den  Werth,  das  Geld  und  die
Goldwihrung“  erscheinen  lassen,  deren  gründliches  und  sorgfältiges  Studium