Im  Februar  1885  hatten  die  Herren  Abgeordneten  Dr.  Freiherr  von
Schorlemer-Alst,  von  Kardorff,  Dr.  Frege  und  Leuschner
nachstehende  Resolution  im  Reichstage  eingebracht:

„In  anbetracht  der  schweren  Schädigung,  welche  die  Goldwährung
  durch  Erhöhung  des  Goldwerthes  und  die  zunehmende
Silberentwerthung  der  gesammten  wirthschaftlichen  Entwicklung
Deutschlands  und  insbesondere  der  Landwirthschaft  und  der  Industrie
durch  das  fortgesetzte  Sinken  der  Preise  zugefügt,  auf  das  Zustandekommen
  der  vertragsmäßigen  Doppelwährung  hinzuwirken  und  die
Reichsregierung  zu  einer  thatkräftigen  bimectallistischen  Politil  aufzufordern“.


Diese  Resolution  wurde  in  der  60.  Sitzung  des  Reichstags  vom
6.  März  1885  von  der  Majorität  abgelehnt.  Dieselbe  kam  dadurch  zustande,
  daß  ein  Theil  des  Centrums  gegen  die  Resolntion  stimmte;  es  geschah
  dies  aber  offenbar  nicht  aus  sachlichen,  sondern  aus  taktischen
Gründen,  denn  Herr  Dr.  v.  Windthorst  motivirte  seine  Abstimmung
folgendermaßen:

„Einige  meiner  Frennde  und  ich  werden  für  die  Resolntion  heute
nicht  stimmen.  Wir  sind  der  Meinung,  daß  es  nicht  an  der  Zeit  ist,  aus
der  Initiative  des  Reichstages  heraus  bereits  eine  feste  Stellung  zu  dieser
Frage  zu  nehmen.  Der  verehrte  College,  der  eben  gesprochen,  hat  allerdings
  geglaubt,  es  wärc  hier  nichts  anderes  in  Frage  als  eine  Anregung
der  Doppelwährungsangelegenheit.  Das  finde  ich  meinestheils  nicht  in  der
Resolution;  sie  enthält  bereits  den  Ausdruck  der  Ansicht,  daß  die  internationale
  Doppelwährung  zu  acceptiren  sei.  Wenn  ich  so  gegen  die  Resolution
  stimme,  so  erkläre  ich  mich  damit  nicht  gegen  diesen
Gedanken;  aber  ich  will  ihn  ans  der  Initiative  des  Hauses  nicht  gebracht
  sehen.  In  Angelegenheiten  von  solcher  Bedentung  und  Wichtigkeit