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von  jemand,  der  heute  über  die  Währungsfrage  sprechen  will,  doch  voraussetzt,
  baß  er  über  dasjenige  Qnantum  an  Gold,  welches  sich  darbictet  für
die  Durchführung  der  Goldwährung,  welches  also  jährlich  produzirt  wird,
wenig'tens  einige  Erfahrungen  hat.  Meine  Herren,  im  Jahre  1881  sagte
der  Kerr  Abgeordnete  Dr.  Bamberger  hier  in  einer  Reichstagsrede  —
ich  gli  ube  am  10.  März  1881  —:

„„Aunähernd  beträgt  die  ganze  jährliche  Goldproduktion  ungefähr  zwischen

  4-  bis  500  Millionen  Mark.  Sie  hat  500  Millionen  Mark  fast  nie

überstiegen  und  ist  nicht  unter  400  Millionen  zurückgegangen“"“.
„Es  it  das  —  beiläufig  —  nicht  ganz  richtig;  denn  wir  siud  heute  auf
340  Millionen  angelangt  nach  den  nenesten  Berechnungen,  und  wir  sind
auch  zur  Zeit  des  größten  Aufschwunges  in  Kalifornien  und  Australien  über
500  Millionen  hinaus  mit  der  Goldproduktion  gekommen.  Aber  ungefähr
ist  das  richtig“.

„Nun,  meine  Herren,  wie  stand  aber  diese  Keuntniß  des  Herrn  Abgeordneten
  Bamberger  zu  der  Zeit,  als  wir  unser  deutsches  Münzgesetz
machten?  Mir  hat  vorgelegen  ein  Vortrag  des  Herrn  Abgeordneten  Bamberger,
  den  er  hier  in  Berlin  gehalten  hat,  und  der  veröffentlicht  ist  in
der  Sammlung,  welche  die  Herren  Dr.  Virchow  und  von  Holtzendorf  herausga#en.
  In  diesem  Vortrage  gibt  er  die  jährliche  Goldproduktion  nicht
an  anf  400  Millionen  Mark,  sondern  auf  400  Millionen  Thaler.
(Hört!  hörtl  rechts.)“

„Ja,  neine  Herren,  es  handelt  sich  dabei  keineswegs  um  einen  Druckfehler

in  dei:  Vortrage;  gestatten  Sie,  daß  ich  Ihnen  das  vorlese,  mit  Erlaubniß

des  Herrn  Präsidenten  —:
„„Wie  illusorisch  und  ungerecht  die  Befürchtung  war,  daß  durch  die
große  Produktion  von  Gold  der  Werth  des  Silbers  herabgedrückt
werden  müßte,  dafür  will  ich,  um  nicht  das  Gedächtniß  des  Lesers
mit  zu  viel  Zahlen  zu  belasten,  nur  eine  Ziffer  anführen“.

—  Also  auch  an  Silberentwerthung  gar  nicht  zu  denken  —
„„Im  Jahre  1851  war  die  jährliche  Ausbente  auf  50  Millionen
Thaler  geschätzt;  im  Jahre  1867  war  dieselbe  angewachsen  auf  etwa
400  Millionen  Thaler,  also  ungefähr  auf  das  achtfache““.

Und  so  geht  es  weiter:
„„Nehmen  mir  aber  den  Preis,  zu  dem  unser  Silber  auf  dem  Weltmarkte
  in  London  ge=  und  verkauft  wurde,  so  war  derselbe  im  Jahre
1851  619/16  Pence  per  Unze  und  im  Jahre  1867  bei  der  achtfachen
Produktion  615/8  Pence  per  Unze;  also  bei  der  achtfachen  Goldproduftion
  sogar  eine  Schwanlung  zum  höheren  Preise  hin!““