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„Sie  ersehen  daraus,  daß  der  Herr  Abgeordnete  Bamberger
  damals  fest  davon  überzeugt  war,  die  jährliche
Goldproduktion  habe  in  diesem  einen  Jahre  400  Millionen
  Thaler  betragen.  ZJa,  meine  Herren,  heute  würde  jemand,
  der  über  Währung  überhaupt  spricht,  sich  eines  derartigen  Irrthums
nicht  schuldig  machen.  Ich  glaube,  das  wird  der  Herr  Abgcordnete  Bamberger
  sicher  zugeben;  er  wird  mir  aber  auch  zugeben,  daß  die  Kenntniß
der  jährlichen  Goldproduktion  doch  eines  derjenigen  Fundamente  sein  muß,
auf  denen  man  überhaupt  die  Goldwährung  aufbauen  kann“.

An  einer  anderen  Stelle  sagt  Herr  von  Kardorff:

„Wenn  man  den  Gründen  nachgeht,  welche  uns  nun  veranlaßt  hatten,
die  Silberverkäufe  zu  sistiren,  so  möchte  ich  von  voruherein  sagen,  daß  ich  nicht
aunehme,  daß  dabei  der  Gedanke  an  den  Verlust  maßgebend  gewesen  ist,  den
wir  bei  unseren  Silberverkäufen  erlitten  haben,  nachdem  das  Silber  schon  entwerthet
  war.  Dieser  Verlust  beläuft  sich  immerhin  auf  72  Millionen  Mark  nach
genauer  Berechnung.  Der  Herr  Abgeordnete  Dr.  Bamberger  erklärt  den
Verlust  für  einen  rein  ideellen;  er  sagt:  ebenso  viel  mehr
werth  ist  das  Gold,  das  wir  bekommenz;  und  er  würde  doch
also  auch  den  künftigen  Verlust,  den  die  Reichsregierung  möglicherweise  ja
fürchtet,  der  bei  weiteren  Silberverkäufen  auch  noch  in  erhöhtem  Maße  zu
Theil  geworden  wäre,  für  einen  ideellen  halten“.

Lassen  wir  nun  Herrn  Dr.  Bamberger  reden.

„Meine  Herren,  ich  bin  zunächst  dem  Herrn  Abgeordneten  von  Kardorff
dankbar  für  die  ruhige  und  sachliche  Auseinandersetzung,  mit  der  er  uns  seine
Gedanken  vorgetragen  hat;  ich  bin  ihm  aber  auch  namentlich  dankbar  für  eine
Thatsache,  daß  er  nämlich  zwei  Stunden  gesprochen  hat;  das  ist  ein  Vorwurf,
  der  mir  manchmal  gemacht  wird  und  ich  frene  mich,  nun  in  diesem
altgewohnten  Gegner  auch  darin  einen  Verbündeten  gefunden  zu  haben,  wie
ich  ihn  selbst  an  einigen  Stellen  seiner  eben  gehaltenen  Rede  zu  finden  das
Vergnügen  hatte“.

„Aber  ich  bin  auch  weit  entfernt,  ihm  den  Vorwurf  entgegenzuschleudern,
der  mir  in  solchen  Fällen  manchmal  gemacht  wird;  ich  bin  ganz  mit  ihm
einverstanden,  daß  die  eminente  Wichtigkeit  der  Frage,  die  uns  heute  beschäftigt,
  jeden  Anspruch  an  die  Geduld  rechtfertigt,  jedes  eingehende  Prüfen
der  großen  Entscheidung,  die,  wenn  auch  nicht  hente  getroffen  wird,  doch  die
Folge  sein  kann  von  dem,  was  heute  geschieht".

„Eigentlich  hätte  ich  vorgezogen,  statt  des  Dialogs,  zu  dem  mich  die
Rede  des  Herrn  von  Kardorff  herausfordert,  —  denn  die  Herren  werden
mir  zugeben,  daß  es  eigentlich  die  Form  einer  Ansprache  an  mich  war,  auf