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Vorurtheil  so  oder  so  abstimmen;  „denn  das  Völkchen  merkt  den
Teufel  nicht  und  wenn  er  es  beim  Kragen  hätte“.

Um  einer  möglichen  Verwechslung  vorzubengen  erinnern  wir  daran,
daß  die  Eutpuppung  des  Herru  Finanzministers  Scholz  als  Mononetallist
  erst  ein  Jahr  später  im  preußischen  Abgeordnetenhanse  sich
vollzog.  Was  dessen  geflügeltes  Wort:  „Die  Bimetallisten  begriffen  die
zinfachsten  Dinge  nicht“,  betrifft,  so  glauben  wir  versichern  zu  dürfen,
daß  diese  Meinung  sich  der  vollkommensten  Gegenseitigkeit  zu  erfreuen  hat.
Die  Währungsfrage  ist  keine  reine  Finanz-,  sondern  sie  ist  an  erster  Stelle
ine  volkswirthschaftliche  Frage,  und  wer  nic  —  und  was  die  Hauptsache
st,  auf  eigene  Kosten  —  selbstständig  produzirt,  oder  fabrizirt  und  nie  gechäftsmäßig
  ge=  und  verkauft  hat,  der  hat  alle  Ursache  in  derartigen
Fragen  leise  anfzutreten;  denn  richtige  Begriffe  von  praktischen
Dingen  fallen  nicht  vom  Himmel,  sie  lassen  sich  nicht  am  Studirtische,
licht  im  Burean,  sondern  nur  im  praktischen  Geschäftsleben  an  der  Hand
der  Erfahrung  gewinnen.  Deshalb  darf  man  es  denn  auch  wenigstens  bezweifeln,
  ob  Fürst  Bismarck  auch  in  allen  wirthschaftlichen  Fragen  ein
o  sicheres  und  richtiges  Urtheil  zu  fällen  verstünde,  wenn  er  nicht  noch
zechtzeitig  die  praktische  Landwirthschaft  dem  Actenstaube  vorgezogen  hätte.
Forts.  d.  Rede.  „Betrachten  Sie  das  nicht  als  eine  gleichgiltige  Sache,

sehen  Sie  es  an  als  ein  Ereigniß,  dem  das  In=  und  Ausland  die  größte
Aufu  erksamkeit  schenkt,  und  bedenken  Sie,  daß,  wenn  die  Entscheidung  auch
gar  leine  gesetzgeberische  Folge  haben  kann  und  haben  wird,  wenn  auch  die
Reichsregierung  ihr  ganz  kühl  gegenübersteht,  wie  ich  hoffe,  und  wie  ich
auf  Crund  ihrer  früheren  Erklärung  anzunehmen  berechtigt  bin,  —  Sie
doch  durch  eine  Resolution  dieser  Art,  wie  sie  Ihnen  jetzt  nahe  gelegt  wird,
in  nisere  wirthschaftlichen  Verhältnisse  sowohl  dem  Inland  wie  dem  Ausland
  gegenüber  eine  Bennruhigung  bringen  werden  oder  bringen
können,  welche  von  verhängnißvollen  Wirkungen  begleitet  sein  möchte.
Ich  veiß  wohl,  daß  man  ja  im  ganzen  darauf  vorbereitet  sein  uuß,  bei
Abstinmungen  vorgefaßten  Meinungen  zu  begegnen,  und  daß  jeder  Appell
an  di:  Kraft  prüfender  Argumente  etwas  unschuldsvoll  und  naiv  klingt.  Ich
verzilhte  aber  dennoch,  unter  der  schweren  Verantwortung,  die  unter
diesei  Umständen  auf  dem  Reichstag  ruht,  nicht  auf  die  Hoffnung,  daß
der  ine  oder  andere  von  Ihnen,  wenn  wir  zur  Abstimmung  über  diese
Resolution  konmmen  werden,  es  sich  wohl  überlegen  werde,  ob  er  sie  unterstütze
  wolle  oder  nicht“.

Anm.  2.  Ocbgleich  in  dem  vorstehenden  ebensowenig  wie  in  dem
früheren  Absatze  gesagt  ist,  welcher  Art  denn  die  „Beunruhigung“  des