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In=  und  Auslandes  sowie  die  „verhängnißvollen  Wirkungen“  sein,  in
welchen  Volksschichten  sich  dieselben  nach  Einführung  der  Doppelwährung
  zeigen  werden  und  als  nothwendige  Folgen  zeigen
müssen,  so  wird  man  doch  zugestehen,  daß  solche  hochtönenden  Offenbarungen
  und  Warnungen,  wenn  sie  aus  den  Munde  eines  Mannes
kommen,  dessen  Ehrlichkeit  und  Sachverständigkeit  man  nicht  bezweifelt,
stutzig  machen  müssen.  Aber  trotz  aller  unmotivirten  Kraftansdrücke
die  „Gruseln“  erregen  und  bange  machen  können,  weiß  sich  Herr  Redner
doch  wieder  mit  großer  Meisterschaft  zu  reserviren,  dem:  „die  Reichsregierung
  ganz  kühl  entgegegensteht“,  setzt  er  hinzu:  „wie  ich  hoffe“;
aber  er  vergißt  nicht,  die  Reichsregierung  an  ihre  frühere  Erklärung
zu  erinnern,  um  sie  jetzt  beim  Worte  zu  nehmen;  das  „Benuruhigung
bringen  werden“  schwächt  er  sofort  durch:  „oder  bringen  können“  ab
und  bei  den  „verhängnißvollen  Wirkungen“  gebrancht  er  das  Wort

„wird“  schon  gar  nicht  mehr,  sondern  er  sagt  lieber  gleich:  „sein  möchte".

Allerdings  „könnte“,  „dürfte“,  „möchte“,  das  sind  drei  vortreffliche

Worte,  um  sich  den  Rückzug  zu  decken,  für  den  Fall,  daß  es  etwa

trüb  kommen  sollte.

F.  d.  N.  „Meine  Herren,  der  deutsche  Bimetallismus  —  ich  bediene  mich
absichtlich  dieser  abstrakten  Form,  um  jede  persönliche  Empfindlichkeit  von
vornherein  zu  beseitigen  —  der  deutsche  Bimetallismus  als  ein  ganzes  und  als
Träger  einer  Tendenz  hat  von  jeher  reichlich  gelebt  von  Unglücksprophezeiungen;
  ich  kenne  gar  kein  Geschäft,  sei  es  Todtengräber  oder  Arzt  oder
Glaser,  der  auf  zerbrochene  Scheiben  rechnet,  —  ich  kenne  kein  Geschäft,
das  so  sehr  auf  die  Unglücksspekulation  basirt  ist,  wie  der  deutsche  Bimetallismus.
  Seitdem  wir  ihn  kennen,  hat  er  von  Jahr  zu  Jahr  uns  immer
vorausgesagt:  wir  würden  untergehen,  die  Welt  würde  untergehen,  es  würde
alles  in  Stücke  zersplittern,  wenn  wir  nicht  zur  Doppelwährung  umkehrten“.

Anm.  3.  An  alle  dem  ist  natürlich  kein  wahres  Wort;  aber  der

Herr  Redner  weiß  ebenso  gut,  wie  es  jeder  Handelsmann  weiß,  daß

selbst  die  handgreiflichsten  und  maßlosesten  Uebertreibungen,  sei  es  im

Guten  oder  Schlechten,  bei  der  großen  Mehrzahl  der  Menschen  den

beabsichtigten  Zweck  nie  ganz  verfehlen.  Dieser  Zweck  wird  aber  um

so  gewisser  erreicht,  wenn  der  Redende  als  eine  unfehlbare  Antorität
angesehen  wird,  während  die  Zuhörer  sich  bewußt  sind,  daß  es  mit
ihrer  eigenen  Sachkenntniß  nicht  zum  besten  bestellt  ist.  Wie  es  aber

in  diesen  beiden  Beziehungen  bei  dem  Erlaß  des  Währungsgesetzes  im

Reichstage  aussah,  das  haben  wir  bereits  aus  dem  Munde  des  Herrn

von  Kardorff  gehört,  und  über  welches  Maß  von  Sachverständig-2

