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daß  die  Vereinigten  Staaten  ein  Gesetz  erließen,  wonach  die  Münzanstalt
dieser  Staaten  gezwungen  ist,  allmonatlich  die  Summe  von  2  Millionen
Minimum  und  4  Millionen  Maximum,  also  als  Minimum  jährlich  24  Millionen
  Dollars  oder  beiläusig  100  Millionen  Mark  an  Silber  zwangsweise
auszuprägen,  ob  nun  Bedürfniß  danach  besteht  oder  nicht".

Anm.  5.  Herr  von  Kardorff  wird  gewiß  nicht  widersprechen,
  daß  die  Fortsetzung  der  Silberprägung  in  Nordamerika  eine
Interessenfrage  war,  wenn  er  auch  schwerlich  zugeben  wird,  daß  die
Rücksicht  auf  die  amerikanische  Silberproduktion  der  einzige  Grund
war,  weshalb  diese  Maßregel  ergriffen  wurde.  Bland  führte  seiner
Zeit,  als  er  seine  Bill  im  amerikanischen  Congreß  durchsetzte,  ganz
andere  und  zwar  viel  gewichtigere  Gründe  für  dieselbe  an").  Außerdem
  wird  aber  auch  Herr  Dr.  Bamberger  ebenso  wenig  widersprechen,
daß  die  Einführung  der  Goldwährung  bei  uns  gleichfalls  eine  Interessenfrage
  war,  welche  lediglich  von  den  in  die  Frage  vortrefflich  eingeweihten
  Interessenten,  den  Goldbesitzern,  angeregt  und  unter  Beihilfe
  von  Leuten  ins  Werk  gesetzt  wurde,  die  so  wenig  mit  dem  Gegenstande
  vertraut  waren,  daß  Herr  Bamberger  noch  im  vorigen
Jahre,  nachdem  bereits  eine  Unzahl  von  Zeitungsartikeln  und  Broschüren
über  den  betreffenden  Gegenstand  erschienen  war,  es  für  nothwendig
hielt,  ihnen  die  dabei  vorkommenden  technischen  Ausdrücke
  zu  erklären!  Man  wird  hierbei  unwillkürlich  an  den
Ausspruch  Göthes  erinnert:  „Nichts  ist  widerwärtiger  als  die  Majorität;
  denn  sie  besteht  aus  wenigen  kräftigen  Vorgängern,  aus
Schelmen,  die  sich  accomodiren,  aus  Schwachen,  die  sich  assimiliren  und
der  Masse  die  nachtrollt,  ohne  nur  im  mindesten  zu  wissen,  was  sie  will“.
F.  d.  R.  „Auf  dieser  Absorption  des  ehemals  vierten  Theiles,  heute  des

fünften  Theiles  der  Weltsilberproduktion  beruht  die  Blandbill,  und  der  Gedanke,
daß  mit  Beseitigung,  Wiederaufhebung  dieser  Blandbill  eine  Kalamität  auf  dem
Silbermarkt  hereinbrechen  würde,  welche  in  ganz  Enropa,  namentlich  auch
in  Deutschland  zu  großen  Verwirrungen  führen  würde,  —  das  hat  bis  jetzt
wesentlich  die  Polemik  derer  unterhalten,  welche  uns  bedrohten  mit  dem
Untergang  unserer  Goldwährung.  Jahr  aus,  Jahr  ein,  bei  jedem  in
Washington  neu  zusammentretenden  Kongreß  stellte  man  sich  die  Frage,  ob
nun  die  Blandbill  werde  aufgehoben  werden  oder  nicht;  und  in  den  schriftstellerischen
  Arbeiten  unserer  Gegner  finden  Sie  immer  die  Hinweisung

*)  Agl.  Die  Goldwährung,  von  Dr.  Löll  Seite  90,  und  Die  Nachtheile  der
Goldwährung,  von  Frhr.  v.  Thüngen-Roßbach  Seite  27.