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Standpunkte  unserer  ruhigen,  normalen  Existenz  aus  schon  das  Bedenken,
anch  wenn  ihm  die  Ideen  einleuchten,  wenn  sie  seinen  Gedanken  schmeicheln,
die  hier  vorgebracht  sind,  die  Warnung  sehr  groß  ist,  sich  nicht  anf  Experimente
  einzulassen  auf  dem  Gebiete,  welches  den  allersichersten,  allernnentbehrlichsten
  Grundstein  der  wirthschaftlichen  Existenz  einer  Nation  bildet"“.

Anm.  10.  Hier  erfahren  wir  zunächst,  was  Herr  Dr.  Bamberger
unter  „normalen“  Geldverhältnissen  versteht,  dieselben  sind  nach  ihm
schon  normal,  wenn  nur  der  Wechselcurs  so  steht,  daß  das  Metallgeld
nicht  ins  Ansland  fließen  kaunn.  Es  mag  dies  vom  Standpunkte  des
Bankiers  aus  richtig  sein;  allein  wir  anderen  Menschenkinder  verlangen
  noch  etwas  mehr,  wir  verlangen  auch,  daß  das  im  Lande  bleibende
  Metallgeld  in  die  Hände  des  arbeitenden  Volkes  dadurch  gelange,
daß  man  seine  Produkte  und  Fabrikate,  mit  einem  Wort  seine  Arbeiten,
  angemessen  bezahlt,  und  das  Geld  sich  nicht,  wie
es  zur  Zeit  geschieht,  in  den  Händen  der  Kapitalisten  und  der  verschiedenen
  Geldinstitute  zu  deren  eigenem  Nachtheile  anstaue;  weil
der  niedrigen  Preise  der  Produkte,  oder  was  dasselbe  ist,  des  theuren
Geldes  wegen  die  Geschäfte  stocken.  Man  darf  hierbei  nicht  übersehen,
daß  der  Preis  des  Geldes  und  der  Preis  des  Kapitals  zwei  ganz  verschiedene
  Dinge  sind;  denn  das  Geld  ist  thener,  wenn  die  Preise  aller
anderen  Bedarfsgegenstände  niedrig,  und  es  ist  billig,  wenn  alle  anderen
  Preise  hoch  stehen;  dagegen  ist  das  Kapital  theuer,  wenn  der
Zinsfuß  hoch,  und  billig,  wenn  er  niedrig  steht.

Also  auf  Grund  von  Ideen  rütteln  die  Bimetallisten  am  Stande
der  Dinge.  Sehen  wir  einmal  nur  an  drei  leichtverständlichen  Beispielen
zu,  welcher  Art  diese  „Ideen“  sind.')  Den  bayerischen  Landwirthen
längs  der  böhmisch-österreichischen  Grenze  ist  die  Einfuhr  von  Vieh  aus
Oesterreich  für  den  eigenen  Bedarf  gestattet.  Der  Nachweis  des  eigenen
Bedarfs  wird  als  erbracht  angenommen,  wenn  sie  die  importirten  Vichstücke
  40  Tage  im  eigenen  Futter  behalten.  In  Folge  dieser  gesetzlichen
  Ausnahme-Bestimmungen  sind  unsere  bäuerlichen  Grenzbewohner
zu  Viehhändlern  geworden,  sie  züchten  fast  kein  Rindvieh  mehr;  denn
sie  finden  es  praktischer,  dasselbe  in  dem  nahen  Oesterreich  zu  kaufen,
es  kurze  Zeit  zu  füttern  und  es  alsdann  wieder  an  inländische  Händler
zu  verkaufen.  Warum  verfahren  sie  so?  Einmal  schon  aus  dem  Grunde,
weil  das  Rindvieh  in  Oesterreich  ohnehin  billiger  als  bei  uns  ist,  und

*)  Vgl.  Die  Nachtheile  der  Goldwährung,  von  Carl  Freiherrn  von
Thüngen-Roßbach.