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zum  audern,  weil  sie  am  Kaufgeld  einen  bedeutenden  Cursgewinn
raachen.  Wenn  früher,  als  die  deutsch-österreichische  Münzconvention
noch  bestand,  der  bayerische  Händler  ein  paar  Stiere  unter  2½  Jahren
in  Oesterreich  für  200  Silbergulden  kanfte,  so  mußte  er  dieselben  rund
tit  233  fl.  süddeutscher  Währung  gleich  399  Mark  bezahlen,  jetzt  aber
lezahlt  er  sie  mit  200.  1,61  =  322  Mark,  er  macht  also  einen  Curslewinn
  von  77  Mark,  davon  ab  12  Mark  Einfuhrzoll,  bleibt  Gewinn
65  Mark.  Hat  er  aber,  wie  dies  in  Oesterreich  üblich  ist,  nach  Papier
sehandelt,  so  wird  dadurch  nichts  an  der  Sache  geändert,  denn  früher,
ols  das  Silber  seinen  alten  Werth  noch  hatte,  stand  die  österreichische
Zapiervaluta  durchschnittlich  185  und  heute  steht  sie  infolge  des  ge-#umkenen
  Silberpreises  durchschnittlich  161.

Die  Händler,  welche  das  österreichische  Vieh  unseren  Grenzlewohnern
  abkaufen,  verbreiten  es  in  ganz  Bayern;  so  wurden  im
horigen  Jahre  allein  in  unserem  Kreise  auf  den  Märkten  zu  Karlstadt
umnd  Aschaffenburg  an  7000  Stück  derartiges,  angeblich  aus  der  Oberpfalz
stammendes,  Rindvieh  verkauft.  Durch  diesen  Viehhandel  wird  unsere
Vandwirthschaft  in  doppelter  Weise  geschädigt,  denn  einmal  werden  durch
enselben  die  Viehpreise  bei  uns  gedrückt,  und  zum  anderen  ist  das
isterreichische  Vieh  von  sehr  geringer  Oualität,  wodurch  die  Viehzucht
in  demjenigen  Theile  unseres  Kreises,  wo  dieser  Import  stattfindet,
rerschlechtert  wird.

Wenn  unsere  Getreidehändler,  wie  sie  es  meistens  thun,  aus  Oestereich-Ungarn
  Getreide  importiren,  machen  sie  natürlich  denselben  Curssewinn,
  wie  die  Viehhändler,  und  deshalb  sind  sie  im  Stande  das  ohnehin
  billigere  österreich-ungarische  Getreide  zu  einem  Preise  zu  liefern,
ei  welchem  der  inländische  Produzent  nicht  bestehen  kann.

Auch  schon  vor  Einführung  der  Goldwährung  gab  es  bei  uns
Schuhläden,  allein  deren  Eigenthümer  waren  Schuhmacher,  die  nicht
nur  auf  Bestellung  nach  dem  Maße,  sondern  auch,  wie  sie  sagten,
ür  den  Verkauf  arbeiteten,  während  es  heute  nicht  nur  Kaufleute  gibt,
inie  bloß  Schuhe  und  Stiefel  feilhalten,  sondern  man  findet  dieselben
(uch  in  vielen  Kanfläden  neben  anderen  Waaren  und  hier  werden  sie
so  billig  verkauft,  daß  unsere  Schuhmacher  mit  den  Schuhhändlern
slicht  concurriren  können.  Diese  billigen  Schuhe  und  Stiefel  stammen
us  Oesterreich-Ungarn,  das  nicht  nur  billigeres  Leder,  sondern  auch  die
(Silberwährung  hat.  Vor  uns  liegt  nun  das  Preisverzeichniß  der
(Schuhwaaren=  Fabriksniederlage  von  W.  M.  Braun  zu  Budapest,  in
velchem  unter  anderem  angeboten  werden: