37

ausdrücklich  als  richtig  anzuerkennen;  woraus  dann  ganz  von  selbst  folgt,
daß  die  gesunkenen  und  noch  sinkenden  Preise  ein  unzweideutiger  Beweis
dafür  sind,  daß  der  gegenwärtige  Geldvorrath  nicht  ausreichend  ist;  denn
diese  Erscheinung  kann  nur  in  dem  erhöhten  Preise  des  Tauschmittels  und
diese  Erhöhung  nur  in  der  verminderten  Menge  desselben  ihren  Grund
haben.  Mögen  im  übrigen  die  Wahrscheinlichkeitsrechner  sagen,  was
sie  wollen,  das  Gesetz  von  Ursache  und  Wirkung  heben  sie  mit  ihren
mehr  als  zweifelhaften  Zahlen  nicht  auf.  Am  Schlusse  des  in  Rede
stehenden  Absatzes  finden  wir  wieder  die  in  einer  Parlamentsrede  so
wirksamen,  phantastischen  Uebertreibungen,  bei  denen  diesmal  sogar  der

„Pfuhl  der  Hölle“  hat  mit  spielen  müssen.  Ayußer  diesen  Uebertreibungen

  wurde  aber  auch  eine  offenbare  Unwahrheit  gesagt,  denn  Herr

von  Kardorff  und  seine  Freunde  haben  sicher  nicht  behauptet,  daß  auch
unsere  Landwirthschaft  in  Blüthe  stehe,  und  sie  haben  daher  auch  nicht
gesagt,  daß  Alles  berrlich  gehe  und  seit  1879  in  Schönheit  und  in

Freude  sei.

F.  d.  N.  „Wenn  ich  auf  die  technische  Frage  selbst  zurückkomme:  die  Herren,
die  behaupten,  Deutschland  sei  zurückgegangen  in  den  Währungsverhältnissen,
können  es  schon  deshalb  nicht  wahr  machen,  weil  wir  eine  effektiv  viel
größere  Summe  von  nützlichen  und  verbrauchswürdigen  Zahlungsmitteln
haben,  als  wir  vor  der  Münzreform  hatten;  unsere  Zustände  haben  sich
eminent  dem  Inhalte  und  dem  Umfange  nach  gebessert.  (Beweisen!)  Da
die  Herren  dies  nicht  widerlegen  können,  so  werfen  sie  sich  auf  den  ganzen
Weltverkehr  und  sagen:  durch  die  Einführung  der  Goldwährung,  welche  zwar
außer  in  England  und  Skandinavien  nirgends  vollständig  praktisch  geworden
ist,  welche  aber  thatsächlich  in  der  Welt  allein  als  Währung  gilt,  —  darin
bin  ich  ganz  mit  Herrn  von  Kardorff  einverstanden,  —  dadurch  haben  wir
die  Menge  der  Zirkulationsmittel,  der  Geldmittel,  deren  sich  der  Weltverkehr
bedient,  so  plötzlich  auf  eine  ungehörige  Weise  verringert,  daß  natürlich  die
Folge  sein  muß  eine  Preissteigerung  des  Goldes  und  eine  Preisverminderung
der  Waaren,  also  ein  Mangel  an  Zirkulationsmitteln.  Dabei  vergessen  die
Herren  aber  etwas  —  das  ist  sehr  merkwürdig,  daß  ihnen  das  noch  nie  eingefallen
  ist:  in  der  ganzen  Welt  sind  die  Zirkulationsmittel  gar  nicht  um
das  Silber,  das  vorhanden  war,  vermindert  worden;  alles  Silber,
was  da  war,  bis  zum  Jahre  1874  und  1875,  alles,  was  noch  seither  durch
Prägungen  hinzugekommen  ist,  zählt  doch  vollständig  mit  im  Weltumlauf“.

Anm.  13.  Sehr  richtig;  aber  hier  spricht  Herr  Bamberger  nicht
wie  olen  von  „vermuthlichen  Geldsummen“,  sondern  wohlweislich
von  „Silber“,  und  das  läßt  sich  ja  nicht  bestreiten,  daß  dieselbe