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Menge  Silber,  dem  Gewichte  nach  noch  wie  früher  vorhanden  ist,

aber  ebensowenig  läßt  es  sich  bestreiten,  daß  sie  dem  Werthe  nach

geringer  geworden  ist,  und  dies  ist  das  Entscheidende;  denn  die  Kaufkraft
  des  Silbers  hängt  nicht  von  seinem  Gewichte,  sondern  von  seinem

Werthe  ab.  Da  nun  das  Silber,  infolge  seiner  theilweisen  Außergebrauchsetzung,

  p.  p.  20%  von  seinem  früheren  Werthe  verloren  hat,

so  ist  dies  für  den  Handel  und  Verkehr  genau  dasselbe,  als  ob  ⅛½
allen  Silbers  von  der  Erde  verschwunden  wäre");  denn  eine  Waare,
die  früher  mit  100  gr.  Silber  bezahlt  werden  konnte,  muß  heute,  insofern
  kein  Zwangscurs  für  die  Silbermünzen  besteht,
  mit  circa  120  gr.  Silber  bezahlt  werden,  daher  haben  heute

im  Verkehr  die  120  gr.  Silber  nur  noch  dieselbe  Bedeutung  wie

früher  100  gr.

Wenn  hierauf  Herr  Dr.  Bamberger  etwa  erwidern  wollte,  dafür
sei  auch,  wie  er  schon  gesagt  habe,  das  Gold  ebensoviel  mehr  werth
geworden,  so  käme  er  mit  seinen  Ableugnungen  erst  recht  ins  Gedränge;
denn  in  dieser  Ausrede  läge  dann  wiederholt  das  Zugeständniß,
daß  unser  Hauptzahlungsmittel,  das  Gold,  theurer  geworden,  daß  also
die  Goldwährung  die  Hauptursache  an  dem  Sinken  der  Preise  sei.

F.  d.  N.  „Wovon  hängt  denn  überhaupt  das  ganze  Verhältniß  von  Geldflüssi
  keit  oder  Geldmangel  in  den  einzelnen  Ländern  ab?  Vom  Stande  der
Banken,  wie  sich  die  Banken  fühlen,  wie  sie  im  Verhältniß  zu  ihrem  Baarschatz
  Banknoten  ausgeben  können,  danach  regulirt  sich  das  Ganze.  Nun  fragt
sich  rigentlich,  ob  die  einzelnen  Banken  in  Europa  außer  England,  das  kein
Silber  hat,  sich  in  ihrem  Zustande  der  Deckung  grundsätzlich  verändert  haben.
Das  ist  mit  nichten  geschehen.  Die  meisten  Banken  haben  nach  wie  vor
einen  Theil  ihres  Schatzes  in  Silber,  und  dieser  Silberschatz  wirkt
ganz  genau,  als  wenn  er  ein  Goldschatz  wäre,  mit  der  kleinen
Aenderung,  gegen  die  ich  anch  schon  oft  mich  erhoben  habe,  daß  allerdings.
die  t)eilweise  mit  Silber  versehenen  Banken  seit  dem  faktischen  Bestehen  der
Gold  vährung  etwas  nervöser  geworden  sind.  Wäre  statt  Silber  auf  dem
untersten  Grunde  der  Banken  Gold  vorhanden,  so  würden  sie  in  ihren  Operatio
  ien  vielleicht  etwas  karger  sein,  noch  etwas  leichter  nachgeben,  als  wenn
sie  denken,  nach  Absorption  einer  gewissen  Summe  von  Gold  kommen  wir
in  die  Nähe  unserer  Silberdeckung.  Aber  abgesehen  von  diesem  kleinen  moraliseyen
  Druck  auf  die  Fixirung  des  Diskontsatzes,  der  vielleicht,  in  Prozente:
  ausgedrückt,  ½  Prozent  auf  den  Zinsfuß  jahrans  jahrein  machen

*)  Vgl.  Die  Goldwährung  von  Dr.  Löll.  S.  18.